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Fotos: Thomas Junge, KFV Seenplatte

Der scheidende Kreiswehrführer Norbert Rieger (Strelitzius berichtete) hat auf der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes der Mecklenburgischen Seenplatte am Wochenende in Demmin beeindruckende Zahlen für das Jahr 2019 vorgelegt. Wegen der Corona-Pandemie hatte die Versammlung um mehrere Monate auf September verlegt werden müssen.

So mussten die 856 Feuerwehrfrauen und 3.667 Feuerwehrmänner im vergangenen Jahr zu 1.057 Brandeinsätzen und 1.867 technischen Hilfeleistungen sowie zu 25 Gefahrguteinsätzen ausrücken. Leider gab es auch 800 Fehlalarme. Zu den größten Einsätzen zählten die beiden Flugzeugabstürze bei Waren und der Waldbrand bei Lübtheen.

Aber auch die tägliche Bereitschaft, das regelmäßige Üben und Lernen für den Ernstfall, die sonstigen Aktivitäten in den Kommunen, die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren und Kindergruppen, die Öffentlichkeitsarbeit,sowie die vielfältige Traditionspflege zählen zu den bemerkenswerten Leistungen der Kameradinnen und Kameraden. Weitere 984 Frauen und Männer sind Ehrenmitglieder in ihren Feuerwehren.

Einsatzbereitschaft am Tag bleibt problematisch

In der Tageseinsatzbereitschaft sieht Rieger immer noch eines der größten Probleme. So fehlen in einigen Gemeinden und Ämtern überarbeitete Alarm- und Ausrückeordnungen, damit im Ernstfall die Einsatzkräfte aus verschiedenen Wehren leistungsfähig miteinander operieren können.

Norbert Rieger während seines Berichtes

Auch die Aus- und Fortbildung sei einer der Kernbereiche zur Bewältigung der aktuellen Lage und zur Vorbereitung auf die Zukunft. „Die Truppfrauen und -männer von heute sind die Führungskräfte von morgen“, so Rieger. Die dafür benötigte Kreisausbildung erfolgt zentral an der FTZ Neuendorf wie auch an geeigneten Standorten im Landkreis.

Ein sehr wichtiger Bestandteil der Arbeit im Kreisfeuerwehrverband MSE ist die Kinder- und Jugendarbeit. In den 110 Jugendfeuerwehren engagierten sich im vergangenen Jahr 1.524 Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren. Ein kontinuierlicher Anstieg auf 584 konnte bei den Mädchen verzeichnet werden. 2019 kamen rund 35.831 Stunden ehrenamtliche Arbeit zusammen. Hierfür sprach Kreisjugendwart Dominik Tramp all seinen Jugendwarten und Helfer*innen seinen größten Dank aus.

Innenminister sagt neue Fahrzeuge zu

Lobende Worte und ein großes Dankeschön für die geleistete Arbeit im Ehrenamt fand auch der Innenminister Lorenz Caffier. „Feuerwehr steht für Hilfe und Kameradschaft. Es ist wichtig, eine gut funktionierende und ausgestattete Feuerwehr zu haben“, so Caffier. Mit Blick auf den Klimawandel und im Rückblick auf den Großbrand von Lübtheen sieht er weitere und häufigere Brände dieser Ausmaße auf die Feuerwehren zukommen. Aus diesem Grund stellt das Land Mecklenburg-Vorpommern aus einem 50-Millionen-Euro-Paket dem Landkreis in den nächsten Jahren zwei der insgesamt elf neuen Tanklöschfahrzeuge für die Waldbrandbekämpfung zur Verfügung, sowie 54 neue Tragkraftspritzenfahrzeuge Wasser.

Eine große Verbesserung wird es an der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz in Malchow geben. Hier soll in den kommenden Jahren eine völlig neue Lehreinrichtung mit Schulungsräumen, Unterkunft, Übungsplatz und Werkstatt entstehen. Dies bestätigte Landesbrandmeister Hannes Möller. Er richtete seinen Dank an alle Feuerwehren, die ihren Dienst trotz Corona aufrechterhalten.

Landrat fordert weniger Bürokratie

Dass sich die Feuerwehren vermehrt mit Einsätzen beschäftigen, die nicht zu ihren Aufgaben gehören, verärgert Landrat Heiko Kärger. „Besorgte Bürger und die Polizei rufen z.B. beim Ast auf der Straße die Feuerwehr! Können die das nicht selber wegräumen?“, so der Landrat. Er betonte, dass man das Ehrenamt nicht hoch genug schätzen kann. Im Bereich Feuerwehr werde es keine finanziellen Einschnitte geben. Zugleich mahnte er an, die Feuerwehren nicht mit Bürokratie zu überfrachten. „Wer ist für wen da? Die Verwaltung für die Feuerwehr, oder die Feuerwehr für die Verwaltung?“, so Kärger.

Norbert Rieger erhielt nach seiner Abschiedsrede nicht nur Standing Ovations, reichlich Danksagungen und Abschiedsgeschenke, sondern ihm wurde auch das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber verliehen und er wurde zum Ehrenkreiswehrführer des Kreisfeuerwehrverbandes Mecklenburgische Seenplatte ernannt.

Der scheidende Kreiswehrführer, umringt von Mitstreitern.