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Der Neustrelitzer Radrennfahrer Jöran Hill (57) ist am vergangenen Wochenende beim größten Einzelzeitfahren Europas „King of Lake“ in Österreich gestartet. Auf der 47,5 Kilometer langen Strecke um den herrlichen Attersee, selbst für Profis eine lange Distanz, war mein Blogfreund eine Stunde und fünf Minuten unterwegs, was einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 43 km/h entspricht. In seiner Altersklasse wurde Jöran Hill 13. von 123 Startern, in der Gesamtwertung 92. von 589 Wettkämpfern.

„Die Zeitfahrcracks haben schon seit zwei Jahren versucht mich zu überreden, dort mal zu fahren, darunter mein Freund Tino Beck, Altersklassensieger 2019. Im vergangenen Jahr dann habe ich mich dafür entschieden, 2020 zu fahren. Am 14. März dieses Jahres konnte man sich anmelden, binnen fünf Minuten waren die Startplätze für das Einzelzeitfahren weg“, erichtet mr Jöran Hill. Er habe es nicht geschafft, aber seine Frau habe das Ticket für ihn ergattert.

1395 Fahrer waren am Start, knapp 600 im Einzelzeitfahren, der Rest 4er- und 10er-Mannschaftszeitfahren sowie Frauen. „Wahnsinn“, so der Neustrelitzer. „Natürlich war alles, was Rang und Namen hat in der Zeitfahrszene, durch die coronabedingten Rennabsagen am Start, laut Veranstalter aus 13 Nationen. Gestartet wurde im 15 Sekunden Takt, am Start waren auch viele Profis die extra gewertet worden. Ich habe selten eine so gut organisierte Veranstaltung erlebt.“

Er habe sich auf der Strecke total „abgeschlossen“. Nach dem ersten, relativ glatten Abschnitt ging es dann nach 24 Kilometern in den schweren, hügligen Teil mit Wellen von 13 Prozent, „die dann auch die letzten Körner aus den Beinen zogen. Bin die letzten 15 Kilometer wie im Tunnel gefahren, habe von all dem Trubel an der Strecke nichts mitbekommen, war völlig fertig. Im Ziel dann erwarten mich meine Frau und mein Sohn, ich brauchte dann auch eine ganze Zeit, um mich zu erholen“, berichtet Jöran Hill von den Strapazen des Wettbewerbs.