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Als im letzten Jahr, am 11. Februar 2018, der Künstler, Bühnenbildner und Kostümbildner Martin Rupprecht nach kurzer, schwerer Krankheit starb, war dies für viele, die ihn kannten, ein großer Schock, zu viele kulturelle Projekte wollte der imposante und rastlose Mann noch umsetzen. Einer dieser Pläne war eine Ausstellung in der galerie für gegenwärtige kunst in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz. Beidseitig freute man sich auf eine Ausstellung, mit ihm und seinen Werken.

Nun, über ein Jahr später, wird diese Ausstellung im Sinne Rupprechts realisiert. Sie wird am 16. August um 19.30 Uhr durch den langjährigen Wegbegleiter und Kunsthistoriker Christian Tannert eröffnet. Die Ausstellung „SPIELräume.ZEICHENträume“ zeigt eine kleine Auswahl des umfangreichen Oeuvres des Künstlers Martin Rupprecht von 1985 bis 2016.

Wenn er gewusst hätte, wie viel Freude ihm die freie Kunst bereiten würde, so Martin Rupprecht, hätte er sich schon viel früher intensiv damit beschäftigt. Tatsächlich hat er gerade nach der Beendigung seiner Professur an der Universität der Künste Berlin in seinen letzten Lebensjahren sehr produktiv in seinem Atelier in Berlin gearbeitet. Die künstlerische Freiheit, die ihm eine sehr erfolgreiche Arbeit als Bühnenbildner und Professor gab, kann man interessanterweise in all seinen Bildern nachvollziehen. Experimentierfreudig, humorvoll, mal auf Strukturen und Haptiken setzend, ist Martin Rupprecht dem nachgegangen, was ihn inspirierte. Viele seiner bekanntesten Werke sind bildliche Collagen aus Zeitungsartikeln, Zeitungsbildern und geschriebenen Briefen. Wahre skriptorale Werke sind diese Collagen, deren Inhalten man nachgehen, oder aber auch die Anordnung und der gekonnten und wohlaustarierten Rhythmisierung der Elemente auf sich wirken lassen kann.

Auch in seinen installativen Collagen spielt Rhythmus und Wiederholung eine wesentliche bildgebende Rolle: so nutzt der Künstler Alltagsgegenstände oder Restprodukte des künstlerischen Arbeitens wie Holzkeile für Leinwände, Kappen von Finelinern oder kleine Styroporrollen, die bei Verpackungen genutzt werden, um damit Installationen in Objektrahmen umzusetzen. Die so entstehenden Bilder sind humorvoll und haptisch anregend zugleich, legen sie doch den individuellen Blick des Künstlers eindringlich offen, der sich auch durch die räumliche Auseinandersetzung als Bühnenbilder nährt, hier aber frei vom Narrativ den Ausdruck sucht.

Bis zum 6. Oktober stehen die Werke des Ausnahmekünstlers noch dem interessierten Kunstbetrachter von täglich von 17 bis 23 Uhr  und am Wochenende auch von 12 bis 14 Uhr in der galerie für gegenwärtige kunst in der Alten Kachelofenfabrik offen.