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Ab dem morgigen Freitag regiert im Neustrelitzer Kalkhorstweg und an der Straße  Blanker Post die Säge. Wie die Stadtverwaltung heute mitteilte, werden im Bereich des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Größenordnungen Bäume gefällt. „Die Fällmaßnahmen dienen der Sicherstellung der Rahmen- und Empfangsbedingungen für einen störungsfreien Betrieb der Satellitenempfangsanlagen des DLR“, heißt es zur Erklärung.

Es werden auf etwa 500 Metern im Kalkhorstweg 89 straßenbegleitende Bäume weichen müssen. Dabei handelt es sich um Linden, Eichen, Eschen, Schwarzerlen und Ahorn. Darunter sind 24 Alleebäume, 13 gesetzlich geschützte Bäume und 52 nicht gesetzlich geschützte Bäume, so die Mitteilung. Der an die Blanker Post angrenzende 9000 Quadratmeter große Pappelbestand und ein 655 Quadratmeter großer Ufergehölzbestand sind ebenfalls Teil der Fällgenehmigung.

Die Empfangsbedingungen haben sich in den letzten Jahren durch den Baumwuchs im Nahbereich des DLR-Geländes verschlechtert. Das bedeutet, dass ein zuverlässiger Datenempfang infolge der Baumhöhen erst ab einem bestimmten Erhebungswinkel der Antennen möglich ist, was die Dauer einer zuverlässigen Funkverbindung zwischen Satellit und Bodenstation verkürzt und somit die übertragene Datenmenge begrenzt. Diese Einschränkung beeinflusse die Wettbewerbsfähigkeit der Neustrelitzer Forschungseinrichtung, wird in der Information aus dem Rathaus betont.

Kontakt mit Naturschützern hergestellt

„Deshalb haben sich die Stadt Neustrelitz, der Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte und das DLR im Rahmen des Genehmigungsprozesses mit Naturschutzverbänden und -vereinen in Verbindung gesetzt, um in Gesprächen ein Verständnis für diese notwendige Maßnahme zu erreichen.“, erläutert Holger Maass, Abteilungsleiter des DLR-Standortes Neustrelitz. Die mit Auflagen verbundene naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde für die Fällungen liege nunmehr vor.

Die bis zum 29. Februar dauernden Fällarbeiten werden durch ein Büro für Landschaftsökologie hinsichtlich des Artenschutzes begleitet. Der Verlust von Alleebäumen und Gehölzbeständen wird ausgeglichen. 97 Laubbäume am Kalkhorstweg und in der Wesenberger Chaussee sind neu zu pflanzen. Am Kalkhorstweg werden dafür kleinkronige Bäume mit einer Wuchshöhe von maximal zehn Metern ausgewählt werden. Im Bereich der Blanker Post werden neue Bäume als Kugel-Bäume nachgepflanzt.  Als Ausgleich für den Pappelbestand werden rund 4700 Quadratmeter Sträucher gepflanzt. Die Ersatzpflanzungen sind im Herbst dieses Jahres vorgesehen.