Schlagwörter

,

Offen 221

Bestandsaufnahme zwischen Wesenberg und Neubrandenburg: Etliche Wirte der Region haben für ihre Gäste rechtzeitig zu Saisonbeginn etwas ganz Besonderes parat. Und um das herauszustellen, wird sie hinausgestellt: die Tafel mit der Aufschrift „Geöffnet“. Vor die Tür, auf den Bürgersteig oder an den Straßenrand. Vermutlich handelt es sich um Häuser, die sonst meistenteils geschlossen sind. Wofür sie ja dann nicht werben müssen.

Im Zeitalter der Tastatur ist ein Stück Handgeschriebenes ja auch ein Hingucker. Erst recht, wenn der Anbieter auch noch über sich hinauswächst und gar „Gaststätte geöffnet“ mitteilt. Das grenzt schon an Plauderlaune. Mehr Werbeeffekt lässt sich wohl kaum erzielen. Aber auch ein knappes „Offen“ zieht doch geradezu magisch an.

Zudem handelt es sich hier um klare Worte, mit denen allen Tücken der Rechtschreibung aus dem Weg gegangen werden kann. Das wäre mit Cordon bleu oder Ratatouille schon wesentlich gefährlicher. Die lauern dann möglicherweise in orthografisch variierter Form in der Speisekarte. Aber da sitzt der Gast ja bereits.

Offen 227