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Herbert Schwarz hat uns regelmäßig die Schau gestohlen. Wenn der Neustrelitzer zu den Sommerfesten meines Freundes Gustav in Hohenzieritz auftauchte und den Damen phantasievolle Gebinde aus seinem Garten überreichte, waren die anderen Männer kurzzeitig abgemeldet. Zuletzt habe ich ihn regelrecht vermisst.

Der Kerl hat aber nicht nur Charme, er besticht vor allem durch eine schier unglaubliche Portion Bildung. Man kann ihn mit Fug und Recht als eine Institution in Sachen deutsche Sprache und Literatur bezeichnen. Nun ist Herbert 80 Jahre alt geworden und ich wünsche ihm von dieser Stelle alles, alles Gute. Meine Holde natürlich gleichfalls.

Sein unbändiger Lebenswille sollte dem Jubilar noch einige Zeit auf Erden schenken. Vor 20 Jahren musste der Lehrer und stellvertretende Leiter des Gymnasiums Carolinum einen Schlaganfall mit Lähmung verkraften. Mit welcher Bravour hat er sich zurückgekämpft zum Wort und zur Schrift, er, dem die Sprache verloren schien! Auch wenn er in seiner geliebten Schule letztlich nicht mehr vor eine Klasse treten konnte, um sie zu unterrichten.

Dafür haben seine literarisch-musikalischen Programme Kultstatus erreicht, die er mit Schülern und Theaterleuten erarbeitet und damit seiner Heimatstadt so viel schenkt. Ganz enge Bekannte wissen übrigens auch sein Frikassee zu würdigen, dass der leidenschaftliche Koch zaubert. Ich habe es noch nicht gekostet, traue aber den Lobeshymnen. Denn Herbert Schwarz ist Perfektionist.