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Schon als Kinder haben wir gesungen, dass die Tiroler lustig sind und froh. Die haben auch allen Grund dazu. Schließlich ist die Strabag offizieller Partner ihrer Festspiele.

Woher ich das weiß? Das ist am Abzweig Below der B 198 kurz vor Wesenberg zu lesen, wo der Straßenbauriese momentan den Knoten ausbaut und stolz sein kulturelles Engagement verkündet. Wohlgemerkt, in Tirol. Was mich hier im fernen Strelitzer Land interessiert, wie die letzte Wasserstandsmeldung. Aber auch inspiriert.

Keine 15 Kilometer von der Baustelle entfernt gibt es die existenzbedrohte Theater und Orchester GmbH Neustrelitz/Neubrandenburg, die justament einmal mehr die Festspiele am Schlossgarten aus leeren Kassen zaubert. Wie aufbauend wäre es da an der Ampel gewesen zu erfahren, dass die Strabag Sponsor eben unserer hiesigen Festspiele wäre. Für so viel Großzügigkeit hätte mir das Unternehmen glatt noch zwei Straßendecken abfräsen und wieder aufziehen dürfen.

Auch wenn es im konkreten Fall der Bund ist, der hier bauen lässt, schweifen meine Gedanken sofort Richtung Schwerin. Vielleicht sollten Länder, für die Kultur nur ein defizitärer Haushaltsposten ist, ihre Vergabepraxis bei öffentlichen Aufträgen ändern.

Eine Kulturabgabe wird für dich obligatorisch, wenn du von mir einen Zuschlag willst. Kann ja nun so utopisch nicht sein. Immerhin ist in Neustrelitz schon über den Theater-Euro nachgedacht worden. Nur, dass der aus dem Portemonnaie der Bürger kommen soll. Wogegen ich übrigens auch nichts einzuwenden hätte. Für alle, die das Kinderlied vergessen haben, unten eine Gedächtnisstütze. Vielleicht hilft es ja…

Tiroler