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Markt 185

Ich habe mir heute ein Mittagsschläfchen gegönnt. Mitten auf dem Markt von Swinemünde. Den Stadtvätern sei Dank. Sie haben bei der radikalen Neugestaltung der Stadtmitte nicht nur eine autofreie Zone mit Wasserspiel geschaffen, sondern rund um die Sprudler auch noch Liegemöbel gruppiert. Darunter sind sogar welche im Pärchenformat.

So lässt es sich aushalten, während die Holde die Boutiquen der Umgebung abgrast. Und da ich meine Nickerchenstätte strategisch günstig gewählt hatte, konnte ich zwischen den Häuserfronten auch noch den Blick auf den Hafen mit vorbeiziehenden Schiffen genießen, bevor es mir die Augen zudrückte. Dass sich ein Vogel hoch über mir ausgeklinkt und meinen Arm getroffen hat, kann man Swinemüde nun wirklich nicht anlasten. Das hätte mir auch auf dem Neustrelitzer Markt passieren können. Allerdings dort kein kurzer Schnarch.

Nach wiederbelebenden Getränken immer noch an den Sprudlern, zu deren Umfeld auch Bier- und Kaffeegärten gehören, haben wir uns dann auf eine Hafenrundfahrt eingelassen. Die deutsche Adler Reederei fährt von Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck Swinemünde an. Und während die meisten Passagiere sich im Polnischen für Landgang entscheiden, steigen einige wenige zu und drehen die Runde mit den an Bord gebliebenen Fahrgästen. Lohnt sich wirklich. Dass der Fremdenführer auf dem Schiff den Untergang der deutschen U-Bootflotte im Zweiten Weltkrieg zu bedauern scheint, wo sie doch in Swinemünde so gut getarnt war, geschenkt wie der Vogelschiss. Ansonsten hat er sich Mühe gegeben, der Hafenerklärer.