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Leuchtturm 142

Für uns waren wir zumindest nahe am Weltrekord, nachdem wir einen der höchsten Leuchttürme der Welt in Swinemünde bestiegen hatten. Dabei klingen 68 Meter über dem Meer gar nicht so gewaltig, aber die 290 Granitstufen muss man erst einmal genommen haben. Ohne mehrere Verschnaufpausen ging es nicht ab, und dabei halten wir uns für trainierte Leute. Oben angekommen, musste ich mich erst einmal am Turm festhalten, mein arg strapazierter Kreislauf gaukelte mir so ein Schwanken vor.

Der Ausblick ist atemberaubend. Geradezu gigantisch der neue Flüssiggashafen, der unmittelbar an den Ostseestrand geklotzt wird und noch in diesem Jahr in Betrieb gehen soll. Dann werden Tanker aus Katar hier ihre Ladung löschen, die in zwei riesigen Behältern zwischengelagert werden kann.

Für den Leuchtturm ein eher trauries Schicksal. Durch ein ganzes Industriegebiet muss man sich arbeiten, um ihn überhaupt zu erreichen, die technischen Anlagen des Gashafens reichen bis direkt an das denkmalgeschütze Gebäude heran. Es ist förmlich umzingelt. Und natürlich hat das milliardenschwere Investitionsvorhaben auch bei den Umweltschützern nicht eben Freude ausgelöst.

Runter aus luftiger Höhe ging es dann schneller, wobei wir uns um den einen oder anderen Entgegenkommenden schon Sorgen machten. Ein Arzt in der Nähe wäre wohl nicht verkehrt, der Mensch neigt dazu, sich zu überschätzen. Drei Fußgänger haben wir noch im Auto mitgenommen. Die hatten fix und fertig vom strapaziösen Anmarsch den Turm gar nicht mehr in Angriff genommen. Wir jedenfalls waren stolz auf uns.