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Fähre 166

Mein Navi im Auto ist drei Jahre alt. Und kennt in dem Teil der Swinemünder Strandpromenade, in dem wir derzeit Kurzurlaub machen, nur die Hausnummern 1 und 3. Unser Hotel Interferie Medical Spa hat die 15, ein Beleg, wie rasant hier in kürzester Zeit gebaut worden ist. Die Prachtstraße braucht den Vergleich mit ihrer deutschen Ostsee-Konkurrenz nicht mehr zu scheuen. Und wir wissen, wovon wir reden, haben wir uns doch im zurückliegenden Winter das Strandhotel Vier Jahreszeiten in Kühlungsborn gegönnt. Und da geht so schnell nichts drüber.

Auch die Ostseeseite von Misdroy ist nicht wiederzuerkennen. Wir waren ein paar Jahre nicht da und haben heute nicht schlecht gestaunt. Allerdings wären die Kommunalpolitiker gut beraten, die Billigbuden von der Promenade zu verbannen. Polenmarkt und hoher bäderarchitektonischer Anspruch beißen sich einfach. Hingegen waren wir von Wolin enttäuscht. Sicherlich steppt hier nicht der Tourismus, aber mehr Fremdenverkehr gäbe es sicherlich, wenn die Stadt etwas aus ihrer Lage am Wasser machen würde, einem Meeresarm der Ostsee zum Stettiner Haff. Auch im Zentrum wenig Attraktives, da kann sich Wolin von Swinemünde und Misdroy mehr als eine Scheibe abschneiden.

Wer von Swinemünde weiter nach Osten will, muss zwangsläufig über die Swine. Und da kommt mein Navi wieder ins Spiel. Während es uns hinzu ohne zu zögern auf die richtige Autofähre gelotst hat, wollte es uns auf dem Rückweg erst aufs Schiff nach Kopenhagen bringen und dann auf die Fähre, die nur Einheimischen offen steht und direkt aus dem Stadtkern von Swinemünde übersetzt. Als Fußgänger kommst du da mit, aber eben nicht mit erkennbar ausländischem Auto.

Wenige Meter vor dem endlich richtigen Anleger verlangte meine Orientierungmaschine immer noch, dass ich doch bitte wenden solle. Verstockes Teil! Auf jeden Fall ist die kostenlose Fahrt über den hier mächtigen Fluss ein echtes Erlebnis. Muss man sich einfach gönnen.

Die Hotelkritik spare ich mir noch auf, ich habe noch immer nicht das Haar in der Suppe gefunden. Und meine Holde, die ist ja so einfach zu bestechen. Als sie heute auf dem Frühstücksbuffet Serek Wejski entdeckte, ging für sie zum zweiten Mal an diesem Tag die Sonne auf. Serek Wejski ist dieser gekörnte Käse, der laut meiner Angetrauten nirgendwo so gut schmeckt, wie eben in Polen. Macht süchtig, jedenfalls meine Holde. Da werden wir wohl wieder eine Palette importieren. Bis morgen!