So sah die Grabstätte aus, bevor sie von den Dieben heimgesucht wurde.
Fast ein Jahr nach dem Diebstahl der Umzäunungspfosten von einer Grabstätte auf dem Friedhof Voßwinkel (Strelitzius berichtete) haben sich überraschend Lübecker Verwandte der dort Bestatteten bei mir gemeldet. „Wir erfuhren davon erst jetzt durch eine zufällige Suche im Internet über ihren Blog“, schreibt Dr. Hartmut Radloff. „Ich glaube, dass die Diebe es nur auf die Pfosten abgesehen hatten. Sie sind leicht über den Antiquitätenhandel, mit und ohne Internet, verkäuflich und bringen gutes Geld, vor allem mit den oben befindlichen Zierknäufen.“
Schon vor zwei Jahren hatten Unbekannte auf dem Voßwinkler Friedhof zwei historische Grabkreuze abgebrochen und entwendet (Strelitzius berichtete). Jetzt sind die Voßwinkler wieder erschüttert worden angesichts von Vandalismus und Diebstahl auf ihrem liebevoll gepflegten Friedhof, wie mir Pastorin Cornelia Seidel berichtet. Vermutlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag, bei Vollmond, ist eine über einhundert Jahre alte Grabeinfassung abgebaut worden.
Während einige Metallpfähle herausgerissen und abtransportiert wurden, sind die Grabgitter zunächst liegengelassen worden. Sind die Diebe gestört worden, hatten sie keine Transportmöglichkeiten? Der ehrenamtliche Friedhofswärter hat am Sonntag mit Erschütterung diese Zerstörung festgestellt. Die Polizei wurde hinzugerufen, die Grabgitter sind sichergestellt.
„Zwar gibt es zu dem diesem Grab der Familie Radloff nach unserem Wissen keine Nutzungsberechtigten bzw. Angehörigen mehr im Dorf, dennoch prägte die Anlage den historischen Charakter des Friedhofs und wird nun sehr vermisst“, so die Pastorin. „Die Voßwinkler halten ihren Friedhof sehr in Ehren und empfinden eine solche Tat als Schändung der Toten- und Friedhofskultur. Wir bitten alle, denen am Abend bzw. in der Nacht zu Sonntag etwas auf oder am Friedhof aufgefallen ist, sich bei der Polizei zu melden und Angaben zu machen.“
Bloggen macht besonders viel Spaß, wenn es unmittelbare und dann auch noch freundliche Reaktionen auf Beiträge gibt. Wie die von Harry Krüger aus Voßwinkel. Dem haben die paar Zeilen von unserem jüngsten Wochenendspaziergang durch sein Dörfchen sehr gut gefallen, wie er mir schreibt.
Nicht genug damit, liefert die Voßwinkler auch noch zu. Das von uns gewürdigte zweite Ortseingangsschild geht bereits auf Oktober 2005 zurück. Da hat es der Dorfverein erstmalig aufgestellt, wie zu erfahren ist. Außerdem schickt mir der Voßwinkler noch eine Luftaufnahme von seinem malerischen Fleckchen Heimat.
Das Foto hat der Klein Quassower Christian Ehlert, auch einer meiner Blogfreunde, 2017 mit seinem Motorsegler gemacht. Im Vordergrund rechts sind ein Teil von Voßwinkel mit der Einmündung des Floßgrabens in die Woblitz zu sehen, linkerhand Below, in der Mitte rechts die Havelberge und am Horizont Wesenberg. Danke von Strelitzius an Harry Krüger und natürlich den Piloten.
Unser Sonntagsspaziergang hat uns heute mal wieder nach Voßwinkel geführt. Mit ein bisschen Unternehmungsgeist findet man nicht nur den Weg zur Brücke über den Kammerkanal, sondern auch den ans Woblitz-Ufer. Die Einmündung des Floßgrabens, eine echte Überraschung, die uns bislang verborgen geblieben war. Und so konnten wir Wesenberger uns unsere Heimatstadt mal über die volle Länge unseres Hausgewässers aus der Ferne beschauen.
Voßwinkel hat uns auch ein neues „Fundstück“ für den Blog eingebracht. Die Dörfler verfügen neben dem amtlichen über ein handgemaltes Ortseingangsschild. Das zeugt von berechtigter Liebe zu diesem ebenso abgelegenen wie schönen Fleckchen Erde, die auch auf uns übergesprungen ist. Es trägt Winkel im Namen zu Recht, ein Fuchs ist uns allerdings nicht begegnet. Vielleicht hat der Voss es satt, mit einem Eszett herumzulaufen…