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Der SPD-Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte solidarisiert sich mit den Mitarbeitenden des Neubrandenburger Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums (DBK), ihren Patient:innen und deren Angehörigen. Die SPD in der Seenplatte setzt sich gemeinsam mit ihnen für den Erhalt des Perinatalzentrums Level 1 am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum ein. In einem funktionierenden System ist die Station ein wichtiger Bestandteil des Kompetenzzentrums und Maximalversorgers mit Einzugsgebiet bis nach Brandenburg hinein, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dazu sagt SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Nadine Julitz: “Unsere Abgeordneten werden in ihren Wirkungsbereichen aktiv Einfluss auf weitere Entscheidungsprozesse nehmen sowie in Ausschüssen und Parlamenten entsprechend argumentieren, überzeugen und für zielführende Abstimmungen werben. Wir erwarten, dass alle Verantwortlichen noch einmal sämtliche Optionen prüfen, um die Schließung der Frühchenstation zu verhindern.”

Der Kreisvorstand kritisiert die bisherigen Verhandlungsergebnisse bezüglich einer Ausnahmegenehmigung und deren Ergebnisse sowie speziell das empathiefreie, kompromisslose Auftreten der Krankenkassen und des GBA. Wir danken auch insbesondere dem Neubrandenburger SPD-Bundestagsabgeordneten Erik von Malottki, der sich im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags für eine Lösung in letzter Sekunde stark macht. Gleichwohl erkennen wir an, dass im derzeitigen System der Entscheidungsfindung im deutschen Gesundheitssystem eine Entscheidung in unserem Sinne nur sehr schwer zu erreichen sein wird.

Dazu kommentiert der SPD-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Johannes Arlt: “Ein riesiges Problem in der Bundespolitik ist die Schere zwischen Stadt und Land. Bei der Betrachtung solcher Entscheidungen findet sich für diese Unterschiede in Berlin leider zu oft kein Verständnis und keine Berücksichtigung, welche katastrophale Auswirkung Mindestmengenregelungen im Gesundheitssystem im ländlichen Raum auf die Lebensverhältnisse vor Ort haben können. Gemeinsames Ziel muss es sein, die Regeln zu ändern, um auch in dünn besiedelten Gebieten eine angemessene gleichwertige Versorgung zu ermöglichen. Dafür brauchen wir eine Allianz aus dem ländlichen Raum im gesamten Bundesgebiet.”

Ausnahmeregelung alternativlos

Das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums (DBK) versorgt als Kompetenzzentrum und Maximalversorger den ländlichen Raum über den größten Landkreis der Bundesrepublik hinaus, ist in der Pressemitteilung weiter zu lesen. Das heißt: schon jetzt lange Fahrwege und hohe Transportkosten. Zum Transport auf der Straße gibt es keine schnelleren Alternativen (z. Bsp. per Flugzeug). Darüber hinaus werden zukünftige Transportkosten voraussichtlich höher ausfallen als für die Versorgung von Frühchen vor Ort veranschlagt wird. Angesichts der Bundesgesetze war deshalb in den letzten Jahren die Ausnahmeregelung des Landes auch alternativlos. Denn bezüglich anzustrebender gleichwertiger Lebensverhältnisse provoziert das momentan geltende Bundesgesetz eine Benachteiligung der ländlichen Fläche gegenüber Ballungszentren.

Die Qualität des Klinikums wird auch durch Level 1 gewährleistet: das Personal ist vorhanden, die Strukturen bewährt und Qualitätsprüfungen überzeugend. In der Kinderchirurgie können bei Frühchen oftmals notwendige OPs bei Fehlbildungen schnellstens durchgeführt werden. Vor- und Nachsorge, Versorgung u.a. mit gespendeter Muttermilch, die Betreuung in der Häuslichkeit und die Einbindung in ein Netzwerk sorgen für lückenlose Begutachtung. Um hier wirklich etwas zu bewegen, braucht es Veränderungen sowie andere Regularien beim entscheidenden Gemeinsamen Bundesausschuss. Wo sich heute Maßnahmen bspw. auf Gesamtdeutschland beziehen, sollte zukünftig zwischen Stadt und Land differenziert werden. Ansonsten werden weiter die bestehenden Versorgungsstrukturen in MV zerstört.