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Also, die Holde war ja der Meinung, dass mein heutiges Essen nicht gebloggt werden sollte. Gurkengemüse, das sei ja nun Pillepalle. Mit dem ersten Bissen bei verklärtem Blick waren wir uns dann aber doch einig: Es wäre unverzeihlich, das uns von den Vorfahren überkommene Rezept nicht zu veröffentlichen. Zumal Bulette nicht gleich Bulette ist, was erschwerend hinzukommt. Da gibt es jede Menge Warmduscher…

So müsst Ihr heute auf die gewohnte Vielfalt von Fotos verzichten, aber ich möchte auf jeden Fall noch in aller Öffentlichkeit Nachbar Peter für seinen gärtnerischen Einsatz und seine Freigiebigkeit danken. Der hat nämlich dieser Tage tabula rasa gemacht, und ich stand schwer begünstigt neben dem Beet. 1,5 Kilogramm Salatgurken sind schon mal zu Protokoll zu nehmen.

Die habe ich geschält, das Gezaddere mit einem Esslöffel herausgeschabt und am Ende gewürfelt und gepfeffert. Im Kühlschrank fand sich noch eine rote Paprika, die mich förmlich anflehte, ebenfalls mundgerecht zugeschnitten mitspielen zu dürfen.

Das Gemüse beiseite und die Fleischeslust vorbereiten. Ein Pfund Rinderhack, eine gehackte Zwiebel, zwei Esslöffel Semmelmehl, ein Ei, drei gehackte Knobizehen, einen Esslöffel granulierten Knoblauch, Salz und Pfeffer nach Geschmack zu einem Teig verkneten und Buletten formen.

In einer hochbordigen Pfanne 150 Gramm Schinkenwürfel in Pflanzenmargarine anbraten. Die Gurken- und die Paprikawürfel hinzugeben und ordentlich von allen Seiten Feuer geben. Mit einem Achtelliter Gemüsebrühe ablöschen, einen Esslöffel Senf hinzugeben und alles zugedeckt fünf Minuten dünsten.

Zeitgleich die Buletten in Margarine beidseitig braten, bis sie ordentlich Farbe angenommen haben. Deckel drauf, und bei geringer Hitze ruhen lassen. Zurück zur anderen Pfanne: Ein Bund Dill zerzupfen und unter das Gurken-Paprika-Gemüse mischen. Drei Esslöffel saure Sahne unterrühren, aufkochen und mit etwas hellem Mondamin, ersatzweise Mehl, binden. Eine Runde mit der Salzmühle, Essen ist fertig.

Ein paar Spitzer Worcestersauce runden bei Tisch das Gericht ab, zu dem mir ein Bier geschmeckt hat. Tüften, Reis, können dazu gereicht werden, es geht aber trefflich auch ohne. Guten Appetit!