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Gut drauf und hilfsbereit: Mitarbeiter Marcel Thedran, Chef Jan Rehfeldt und Praktikant Jupp-Karl Hauff (von links).

Computer kommen ja zunehmend ohne uns Menschen klar, und so hatten der auf meinem Fahrradlenker und der auf dem meiner Holden im Winter im Keller unseres Eigenheims verabredet, pünktlich zur Radelsaison gemeinsam das Leben auszuhauchen. Allerdings hatten sie die Rechnung ohne meine Wenigkeit gemacht, die ich in meiner gut sortierten Kammer nach nur halbstündigem Suchen zwei noch brauchbare Knopfzellen fand, welche wiederum den Abtrünnigen neuen Saft ins Gehäuse pumpten.

Was aber nicht einmal die halbe Miete war. Die Reanimierten hatten sich natürlich heimtückisch auf Null gesetzt und benötigten von der Radgröße bis zur Uhrzeit neue Informationen. Selbst die Muttersprache war den Elektronengehirnen abhanden gekommen. Es begann ein zeitfressendes Tasten und Einstechen mit spitzen Gegenständen auf versenkbare Knöpfe, und irgendwann machte sich bei mir Verzweiflung breit, einhergehend mit dem Verdacht, dass die Anzeiger vielleicht nur zur Einmalnutzung vorgesehen sind.

Womit wir zur Lobpreisung des Wesenberger Fahrradladens von Jan Rehfeldt kommen. Dort scheint unendliche Geduld Geschäftspartner zu sein, oder schlichtweg die Routine im Umgang mit bockiger Technik. Sonnabend kurz vor Feierabend entnervt vorgesprochen, Montag per Anruf mit einer Erfolgsmeldung beglückt worden und zum Feierabend wieder verradcomputert. Das alles zum Nulltarif! Meine Heimatstadt Wesenberg besitzt (mindestens) eine Oase in der sich immer weiter ausbreitenden Servicewüste Deutschland.

Ganz gratis war die Wunderheilung trotzdem nicht. Die zu allem Überfluss auch noch gut gelaunten Jungs im Laden wollten unbedingt wissen, von wem die Pausenmusik auf meinem Handy ist. Die hatte ich noch nie gehört, logisch, wer ruft sich schon selbst an? Die Holde hat mich nun antelefoniert und auf laut gestellt, während ich extrem clever meine Musikerkennungs-App zum Einsatz bringen wollte. Was natürlich wieder nicht funktionierte, weil die sich ja nur benutzen lässt, wenn das beherbergende Telefon nicht anderweitig beschäftigt ist. Was es aber war, nämlich mit dem Anruf meiner besseren Hälfte.

Gut, dass ich eine findige Arbeitskollegin habe und die wiederum extrem ausgeschlafenen Nachwuchs. Aber das ist schon die nächste Geschichte. Jedenfalls bin ich bei den Wesenberger Fahrradprofis jetzt schuldenfrei. Und kann an dieser Stelle nur für sie und ihre Dienste werben.