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Zur Europawahl sind ja die unglaublichsten Parteien angetreten. Entsprechend lang war der Stimmzettel, den wir ja alle noch in lebhafter Erinnerung haben. Die Grüne-Spargel-Partei war nicht dabei, was einigermaßen verwundert, denn ganz Europa steht auf das grüne Edelgemüse, außer die Deutschen. Die Holde und meine Wenigkeit sind da eher die anderen Europäer und gehen an jeder Weißspargelbude hierzulande ignorant vorbei.

Was nicht heißt, dass wir nach unserem alternativen Start in die Spargelsaison (Strelitzius berichtete) nicht nachgespargelt haben. Und wer schon mal europäisch denkt, kann auch gleich weltbürgerisch an den Herd treten. Ich weiß jetzt nicht, wie grünverspargelt die Chinesen sind, aber ihr Wok tut da gute Dienste, und der Griff ins China-Regal ohnehin. Also habe ich dem Reich der Mitte einfach mal Spargel und Lachs untergejubelt. Die Zahl meiner Leser dort ist ohnehin noch überschaubar, Proteste sind eher unwahrscheinlich.

800 Gramm grünen Spargel habe ich in drei Zentimeter kurze Stücke geschnitten. 500 Gramm Wildlachsfilet wurden in mundgerechte Stücke geteilt, gesalzen und gepfeffert. Dann wurden zwei Zentimeter Ingwer und vier Knobizehen fein gewürfelt. Schließlich gab es noch ein Bund Frühlingszwiebeln in feinen Scheiben, ruhig ein bisschen ins Grün hineinschneiden.

In zwei Esslöffeln Öl bei starker Hitze den Fisch beidseitig im Wok anbraten und warm stellen. Noch zwei Esslöffel Öl erhitzen und Ingwer, Knobi sowie Zwiebeln andünsten. Jetzt den Spargel dazugeben und das Gemüse 15 Minuten lang mit dem Holzspatel bewegen. Zwischenzeitlich immer einen Deckel drauf, um die mäßige Temperatur zu halten.

Am Ende den Spargel einem Bisstest unterziehen, eventuell noch etwas Wärme zulegen. Den Lachs wieder in den Wok bringen, ganz unchinesische sechs Zentiliter Sherry und dann noch drei Esslöffel Sojasauce darübergeben. Das Ganze vorsichtig vermengen.

Auch diesmal erweist sich angesichts des geringen Aufwandes, dass weniger mehr ist. Ihr werdet das Gericht lieben, es hat Suchtpotenzial.