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Der Kirschbaum im Hintergrund soll nach dem Willen des „Extremexperimentierers“ Hartwig Richter zum Kletterrosen-Pilz werden. Foto: privat

Vieler meiner Leser gerade in Neustrelitz werden sich noch an Hartwig Richter erinnern, auch als „Märchen-Richter“ wegen seines Märchenmuseums in der Mühlenstraße bekannt. Ich erinnere mich noch gut an die Gartenbahn, die vor allem zum Entzücken vieler kleiner Besucher über das Grundstück fuhr. Zuletzt hatte Richter mit seiner Frau und allen seinen Bücherschätzen im Daniel-Sanders-Sprachhaus in Altstrelitz gewohnt, bevor er nach Schwerin auswanderte. Nun hat sich der Mann, der auch schon Bürgermeister von Neustrelitz werden wollte, überraschend bei mir gemeldet.

Doris und Hartwig Richter haben es mit ihrem Kleingarten in der Anlage „Mueßer Pforte“ in Schwerin ins Finale des Wettbewerbs um die Suche nach dem schönsten Kleingarten in Norddeutschland geschafft. Der NDR besucht auf Empfehlung von Fernseh-Zuschauern vier Gärten in Rendsburg, Hamburg, Goslar und den in Schwerin von Familie Richter. „Die Dreharbeiten machen jede Menge Spaß“, schreibt der Ex-Neustrelitzer an Strelitzius.

Der jeweilige Gastgeber präsentiert seinen Mitkonkurrenten die Schönheit seines Gartens und seiner Laube. In der dritten und vierten Kategorie geht es darum, wie ökologisch er wirtschaftet und ob er die Erträge wie Gemüse aus seinem Garten zu einem Festmahl verarbeiten kann. Die drei Kontrahenten verteilen Punkte. Ich habe mit Hartwig Richter vereinbart, dass er mich auf dem Laufenden hält.

Beeindruckende Zahl von Rosen

„Mir gefällt vor allem die Vielfalt in diesem kleinen Garten“, sagt Gärtner Peter Rasch, der in Rundfunk und Fernsehen oft Tipps gibt, über das Refugium der Richters. Rund 250 Arten gedeihen hier, eine wahre Bienenweide. Vor allem die immense Zahl von „Rosen“ sei beeindruckend: Edelrosen und Kletterrosen, aber auch Pfingstrosen, Stockrosen, Bauernrosen – und alles in großer Vielfalt. „Hinzu kommen zahllose Details im Garten, die man erst auf den zweiten Blick sieht“, so Rasch.

„Ich experimentiere gern“, erklärt Hartwig Richter, studierter Politikwissenschaftler, der selbst in Halle in einer Kleingartenanlage aufgewachsen ist. „Wenn mir etwas nicht gefällt, gestalte ich es um.“ So steht in seinem Garten schon mal ein Kräuterbeet mitten auf einem Weg, ein anderer endet in einer Sackgasse, ein alter Kirschbaum wird von zwei Kletterrosen um- und bald überrankt, eine Wand der alten DDR-Laube, im Inneren Kunstkaten, verändert sich durch Schattenspiele. Die Experimente betreffen auch den Gemüseanbau: Aus einer alten Laterne lässt Richter eine Klettergurke krabbeln, was prächtig funktioniert, Erbsen wachsen unter einer Hecke und nutzen dies gleich als Kletterhilfe.

Das Wichtigste am Garten sei für ihn und seine Frau aber die Therapie, hebt der Hobby-Gärtner vor laufender Kameras hervor. „Gartenarbeit tut gut und hält fit.“