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In Friedland ist eine 74-jährige Frau beinahe Opfer eines falschen Polizisten geworden. Die Seniorin war einem regelrechten Psychoterror ausgesetzt. Die Mitarbeiterin einer Bank in Friedland hatte die Polizei am Dienstag darüber informiert, dass sie den Verdacht habe, eine ihrer Kundinnen könnte Opfer eines Betruges sein. Sie hatte die Kundin nicht überzeugen können, von der Abhebung einer größeren Summe Bargeld abzusehen.

Zwei Beamte der Kriminalpolizei suchten daraufhin die Wohnung der Frau auf, um zu prüfen, ob alles in Ordnung ist. Auf Klingeln und Klopfen öffnete niemand, obwohl sich hörbar jemand in der Wohnung befand. Erst nach mehrfachen Klingeln öffnete die Wohnungsinhaberin schließlich die Tür einen Spalt. Obwohl ihr der Dienstausweis gezeigt wurde, schloss sie die Tür und schloss die Tür von innen ab. Mehrfach versuchten die Beamten ein Gespräch zu führen, wurden jedoch weggeschickt. Auch die hinzugerufenen uniformierten Kollegen konnten die Geschädigte nicht überzeugen, dass die echte Polizei da ist.

Freunde und Nachbarn zur Hilfe geholt

Die Beamten holten Freunde und Nachbarn der Frau zu Hilfe. Mittels eines Zweitschlüssels konnten diese sich in die Wohnung begeben und mit der Seniorin sprechen. Nach nunmehr einer Stunde Wartezeit vor der Haustür konnten die Kriminalbeamten endlich mit der 74-Jährigen sprechen.

Die Seniorin war am späten Montagabend von einem angeblichen Polizisten angerufen worden. Er hatte ihr erklärt, dass man vier rumänische Täter geschnappt habe, welche einen Zettel mit ihrem Namen bei sich trugen. Zwei weitere Täter seien auf der Flucht. Er suggerierte der Geschädigten eine bevorstehende Gefahr, fragte, ob schon jemand bei ihr gewesen sei und wies sie an, dass sie auf keinen Fall die Tür öffnen solle. Von da an rief der Unbekannte alle zwei Stunden bei der Friedländerin an. Die gesamte Nacht über wurde die Frau eingeschüchtert, verängstigt und lauschte auf jedes Geräusch. Am frühen Morgen erklärte sie dem Mann am Telefon, dass sie einen wichtigen Termin habe und bereits ein Taxi bestellt sei. Er kreierte ein Szenario, dass die 74-Jährige dazu brachte, den Termin abzusagen.

Bis zum Mittag rief der Betrüger im Zweistundentakt an und warnte die Seniorin immer wieder davor, die Tür zu öffnen. Schließlich frage er nach Wertsachen und überzeugte die Frau davon, zu ihrer Bank zu gehen, um Geld abzuholen. Jedoch habe man auch einen Banker festgenommen, der mit den Tätern unter einer Decke stecke. Sie dürfe daher auf keinen Fall das Wort Polizei erwähnen und müsse sich eine Geschichte ausdenken. Völlig verängstigt begab sich die Geschädigte zur Bank und holte dort unter Vorgabe einer Legende Geld ab. Kaum zu Hause, rief der „Polizist“ erneut an. Er brachte sie dazu, dass Geld zu verstecken und sich einzuschließen.

„Die Schweine lassen nicht locker!“

Inzwischen hatten die echten Kriminalisten von dem Vorfall erfahren. Während die Beamten klingelten, war der Betrüger am Telefon und sagte dem Opfer, dass sie unter keinen Umständen öffnen und von der Tür weggehen solle. „Die Schweine lassen nicht locker!“ In der Stunde, in der die Polizei vor der Tür wartete und um Einlass bat, rief der Unbekannte alle paar Minuten an und fragte, ob die Personen schon weg seien. Es seien keine echten Polizisten.

Bis es endlich möglich war, in die Wohnung zu gelangen, war die Seniorin bereits völlig am Ende. Die Geschädigte war durch den nächtlichen und stundenlangen Psychoterror erschöpft, verängstigt und verwirrt. Sie erkannte nunmehr jedoch die Kriminalisten als echte Polizisten und nahm auch deren Hilfe an. Zusammen mit den Beamten wurde das Geld wieder eingezahlt. Die Geschädigte blieb anschließend in Obhut ihrer Freunde.