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Alessandro Scarlatti (1660 bis 1725).

Am Karfreitag, den 30. März, um 17 Uhr, erklingt das „Stabat mater“ von Alessandro Scarlatti im Rahmen einer Wort-und-Musik-Meditation mit den Solisten Anna-Elisabet Muro (Sopran) und Michael Lieb (Alt) in der Kirche Zierke. Die Texte werden von Pastor Christoph Feldkamp gelesen. Die Instrumentalisten Darius Kaunas und Marcos Atala Quezada (Violine) und Beate Richter (Violoncello), Mitglieder der Neubrandenburger Philharmonie, sowie Michael Voigt an der Grüneberg-Orgel sind auch mit der einleitenden Triosonate g-Moll opus 2,2 von Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) zu hören.

Wie Michael Voigt mitteilt, gehört das „Stabat mater“ von Giovanni Battista Pergolesi zu den bekanntesten und beliebtesten Werken der Kirchenmusik. „Weniger bekannt ist, dass dieses Werk einen vielleicht noch bedeutenderen Vorläufer hat, nämlich das „Stabat mater“ von Alessandro Scarlatti (1660 – 1725). Dieses entstand 1724 für die Passionsandachten einer adeligen Bruderschaft in Neapel und war (wohl aus Gründen der Sparsamkeit) nur mit zwei Gesangssolisten und einem kammermusikalischen Begleitensemble besetzt. Diese geradezu intime Besetzung nutzt Scarlatti zu einer ausgesprochen eindringlichen und vielschichtigen musikalischen Ausdeutung des frühmittelalterlichen Gedichts, das dem Franziskanermönch Jacopone da Todi (1228 – 1306) zugeschrieben wird.

Die Musiksprache und der harmonische Reichtum des Werkes seien ihrer Zeit weit voraus, so Michael Voigt, der als Kantor in der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Strelitzer Land wirkt. „Das zehn Jahre später komponierte „Stabat mater“ Pergolesis löste das Werk Scarlattis in den Andachten der Bruderschaft ab. Einerseits folgt es dem Vorbild Scarlattis bis ins Detail – andererseits ist das Werk Pergolesis weit konventioneller.“