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Torsten Koplin auf der Schlossbergkonferenz.

Die Freunde des Neustrelitzer Schlosses bzw. seiner Überreste haben ihre Munition noch lange nicht verschossen. Jetzt hat sich der Landtagsabgeordnete der Linken, Torsten Koplin, mit einer Kleinen Anfrage zum Schlosskeller an die Landesregierung gewandt. Diese hat Zeit bis zum 27. Februar, darauf zu reagieren.

Koplin, der auch an der Schlossberg-Konferenz der Stiftung Mecklenburg in Neustrelitz teilgenommen hatte, will wissen, auf Basis welchen denkmalrechtlichen Gutachtens geplant wurde, für 1,2 Millionen Euro den noch vorhandenen Keller des vormaligen Schlosses Neustrelitz vollständig zu beräumen und mit sogenanntem Fließsand für eine zukünftige Nutzung zu konservieren. In diesem Zusammenhang sei schließlich vorgesehen, „Teile des Denkmals zu zerstören, die Kellerdecken abzubrechen“. Seitens der Landesregierung ist der Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL) federführend betraut. Der Abgeordnete setzt in seiner Frage eine Beräumung vor der Verfüllung voraus, andere Schlossfreunde befürchten, die Keller sollten im vermüllten Zustand zugeschüttet werden.

Weiter fragt der Linkspolitiker nach der detaillierten Kostenkalkulation nach Arbeitsschritten, nach Ausschreibungen und deren möglichen Ergebnissen und nach einem „mutmaßlich vorhandenen ingenieurgeologischen Gutachten hinsichtlich des geplanten Wasserabflusses aus den dann nach oben offenen Kellerräumen“.

Minister macht Neustrelitzer Kommunalpolitikern Vorwürfe

Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) hatte am Montag in einem Brief an den Neustrelitzer Bürgermeister und die Stadtvertreter überraschend erklärt, zunächst keine Verfüllung vornehmen, sondern lediglich den Wildwuchs auf der Fläche über den Kellern beseitigen lassen zu wollen (Strelitzius berichtete). In dem einigermaßen galligen Schreiben wurde den Neustrelitzer Kommunalpolitikern auch der Vorwurf der Verschwendung von Steuermitteln gemacht.

Außerdem hat Brodkorb für den 7. März an seinen Tisch nach Schwerin geladen. Dazu regte sich am Abend Unmut, von „Hinterzimmerpolitik“ war die Rede. Wie an Strelitzius herangetragen wurde, bestehen vielfach der Wunsch und die Forderung, Brodkorb in Neustrelitz zu sehen. Dies umso mehr, als das Land der bahnbrechenden Schlossbergkonferenz fern geblieben war.

Stadt ohne Einblick in Planungsunterlagen

Im Übrigen wurde der Stadt Neustrelitz trotz mehrfacher Nachfragen bisher keine Einsichtnahme in die aktuellen Planungsunterlagen gewährt, Koplins Anfrage ist also mehr als berechtigt. „Unser Kenntnisstand speist sich aus den Ergebnissen des Wettbewerbsverfahrens 2014 und den bisherigen Äußerungen des Landes bzw. des BBL auf öffentlichen Veranstaltungen“, so Bürgermeister Andreas Grund in einer Pressemitteilung vom heutigen Tag. „Ich hoffe daher am 7. März auf eine sachliche Aufklärung bei allen Fragen der Stadtvertretung zum Landesvorhaben.“