Schlagwörter
Bauen, Denkmalschutz, Geschichte, Mecklenburg-Strelitz, Mecklenburg-Vorpommern, Neustrelitz
Neue Runde im Politiktheater: Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) hat den „zeitnahen“ Beginn der Arbeiten auf dem Neustrelitzer Schlossberg angekündigt. „Ich darf versichern, dass damit eine Verfüllung der Kellerräume nicht verbunden ist“, so der Ressortchef in einem Brief an Bürgermeister Andreas Grund und die Vorsitzenden der Fraktionen der Stadtvertretung, der auch Strelitzius vorliegt. Damit macht der Minister, der unlängst in einem Fernsehinterview noch von einer „definitiven“ Verfüllung gesprochen hatte, faktisch eine Kehrtwende. Ein erster Erfolg für die Schlossfreunde. Von einer Beräumung der zugemüllten Gewölbe durch das Land ist allerdings nicht die Rede. Vielmehr soll zunächst der Wildwuchs auf der Fläche beseitigt werden.
Brodkorb macht geltend, dass er über den Verlauf der Meinungsbildung in Neustrelitz sein Erstaunen nicht verhehlen könne. Nach acht Jahren finde eine vom Land entwickelte Vorzugsvariante, in die die Stadt vielfältig einbezogen worden sei, plötzlich keine Mehrheit mehr in der Stadtvertretung. „Das wirft nicht nur ein ungünstiges öffentliches Bild auf eine scheinbar nicht wirklich handlungsfähige Politik, sondern stellt – bei ehrlicher Betrachtung – auch eine Verschwendung von Steuermitteln dar“, schätzt Brodkorb ein.
Brodkorbs Ziel ist es nach eigener Aussage jetzt, eine konsensfähige Lösung zwischen allen Entscheidungsträgern zu finden. Nach Neustrelitz kommt Brodkorb allerdings auch diesmal nicht. Er lädt für den 7. März Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende nach Schwerin an seinen Tisch ein. An der Runde, mit der Brodkorb offensichtlich wieder das Heft des Handelns in die Hand bekommen will, sollen auch Landesamt für Kultur und Denkmalpflege sowie die Staatshochbauverwaltung beteiligt werden. Die finanziellen Rahmenbedingungen des Landes halte er, so der Minister, bis dahin aufrecht.
Bleibt zu hoffen, dass die Stadtvertreter und das Stadtoberhaupt diesmal auch in Schwerin klare Worte finden. Die Frage der Stunde an den Gastgeber kann nur sein, wie der Müll schleunigst aus dem Untergrund des Schlossberges verschwindet. Alles andere später.



Nein, hier wird optimistischer geschrieben, als es der Finanzminister an den Bürgermeister ausgedrückt hat. Von der „definitiven“ Verfüllung hat er keinen Deut Abstand genommen. Er erklärt nur, dass mit der zeitnahen (nun begonnenen) Rodung der Bäume keine Verfüllung der Kellerräume verbunden sei. Das liest sich bei genauer Betrachtung so, dass das eben später kommt. Man beachte nämlich, dass Herr Brodkorb die finanziellen Rahmenbedingungen des Landes ausdrücklich nur kurze Zeit aufrecht erhalten will. Voraussetzung ist für ihn, dass in eben dieser kurzen Zeit eine konsensfähige Lösung gefunden ist.
Die Vorgabe der Stadtvertretung Neustrelitz aber ist klar: Keine Verfüllung sondern Entleerung und Bestandsaufnahme. Nur auf dieser Grundlage lässt sich eine konsensfähige, weil demokratisch legitmierte Lösung finden.