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Mit einer zumindest mir neuen Geschäftsidee wartet die Gaststätte „Zu den Linden“ in Dalmsdorf auf. Auf den ersten Blick scheinen zehn Euro Eintritt zur Dorfdisco ein bisschen fett. Aber dafür handelt es sich auch um eine sogenannte Beutelparty. Nie gehört? Ich, wie gesagt, auch nicht.

Der Clou des Ganzen ist, dass sich jeder Besucher seine Getränke mitbringen darf. Und das, Ihr ahnt es sicherlich schon, im Beutel. Beutelparty, man muss den Dingen nur ein originelles Etikett aufkleben. Die Größe des Behältnisses ist nicht vorgeschrieben. Ich beispielsweise habe in meinem Keller einen Beutel, da geht locker eine ganze Kiste Bier rein. Und für Schluck ist auch noch Platz. Dass ausgepackt werden darf, setze ich mal voraus, auch wenn das nicht auf der Einladung steht. Und was ist mit Gläsern?

Nun bin ich ja nicht aus der Zeit gefallen und weiß natürlich, dass gerade von jungen Leuten immer wieder versucht wird, Alkohol in Diskotheken zu schmuggeln, um den Gaststättenpreisen zu entgehen. Vom sogenannten „Vorglühen“ ganz zu schweigen. Aber das Mitbringen ausdrücklich zu erlauben, kommt mir dann doch ein bisschen wie eine gastronomische Bankrotterklärung vor.

Entweder ist das jetzt ein Testlauf, oder das rechnet sich tatsächlich. Würde mich echt interessieren, vielleicht meldet sich der Wirt mal bei Strelitzius. Immerhin ist mir bekannt, dass im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert in Berlin einkommensschwache Familien in Ausflugslokale gelockt hat, indem man ihnen erlaubte, dort Kaffee zu kochen. Umgekehrt umgingen die Wirte auf die Art die teure Getränkekonzession. So gesehen, könnte das Dalmsdorfer Beispiel eine neue Spielart  sein.