In letzter Zeit ist so viel von Künstlicher Intelligenz die Rede, dass man sie schier überall wittert. Erst recht da, wo Dinge passieren, die man sich nicht so einfach erklären kann. Beispiel gefällig? Die Holde und meine Wenigkeit sind ja passionierte Fuß- und Spaziergänger und durchqueren unsere Woblitzstadt auch im Dunkeln per pedes. Etwa nach dem Kinobesuch, wie neulich. Sonst wäre sie uns vielleicht gar nicht aufgefallen, die so ganz andere Lampe ausgangs der Lindenstraße kurz vor dem Bahnübergang.
Die ist nämlich offenbar mit einem Bewegungsmelder ausgerüstet, wogegen in Zeiten des Energiesparens ja auch prinzipiell nichts zu sagen ist. Nur geht die kommunale Beleuchterin aus, wenn man sich ihr nähert, und wieder an, wenn man sie passiert hat. Womit sie das ganze Gegenteil von dem tut, was sie eigentlich tun soll. Da kann doch nur KI dahinterstecken, und zwar mit erheblichem Dachschaden, das kann sich doch unmöglich ein Normalo ausgedacht haben. Zumal dieses Phänomen nicht auf Wesenberg beschränkt ist. Auch auf dem Parkplatz vor der Außenstelle des Landratsamtes an der Woldegker Chaussee ist es zu bestaunen. Und das jetzt schon seit mehr als einem Jahr. Offenbar kommt Mensch gegen KI nicht an, sonst wäre das Tohuwabohu doch längst beendet.
Am frühen Dienstagmorgen haben die eingesetzten Feuerwehrkräfte im Zwenzower Weg in Wesenberg Schlimmeres verhindert. Gegen 4.15 Uhr brannte ein Teil einer Außenüberdachung am hinteren Teil des Gebäudes der Firma Lochmann. Augenscheinlich fing die Holzkonstruktion der Überdachung durch Strahlungswärme eines Ofenrohres der Heizungsanlage Feuer. Ein technischer Defekt der Heizungsanlage, welcher dazu führte, dass das Edelstahlofenrohr regelrecht zu glühen schien, ist höchstwahrscheinlich, wie der Wesenberger Wehrführer René Deparade am Abend mitteilt.
Durch das frühe Entdecken und Melden aufmerksamer Nachbarn als auch eine rasch eingeleitete Brandbekämpung eines Trupps unter Atemschutz und mit C-Rohr konnte eine Ausbreitung auf das gesamte Firmengebäude verhindert werden. Im Einsatz waren Feuerwehrkräfte aus Wesenberg, Wustrow, Mirow und Neustrelitz. Außerdem vor Ort der Einsatzleitwagen des Amtes Mecklenburgische Kleinseenplatte und die Polizei.
Wesenbergs Weihnachtsmarkt hat auch in diesem Jahr mehrere tausend Besucher bezaubert. Natürlich hat das grandiose Winterwetter seinen Beitrag zum Erfolg geleistet. Natürlich ist die malerische historische Mitte der Woblitzstadt als Veranstaltungsort ohnehin schwer zu schlagen. Aber vor allem war es wieder der Burgverein, der das „Wesenberger-Weihnachts-Wandeln“ zu einem reinen Vergnügen machte, das weit und breit seinesgleichen sucht. So wurde ich heute Mittag in Neustrelitz bereits gefragt, wann denn Apothekerin Cornelia Schleich mit Kindern in Wesenberg auftrete, das sei immer wie die Kelly Family. Wie geschrieben, weit und breit… Während momentan unten in der tSadt die letzten Becher geleert werden, nachbarschaftliche Grüße von Strelitzius
Schon zum Auftakt des Weihnachtsmarkes standen die Besucher im Schulterschluss, als die Kinder der Kita „Spatzenhus“ und die Lütten der Tanzgruppe von Jasmin Altmann auftraten. Gleich nebenan ganz diskret, aber unüberhörbar, die Jungs von der Klangkultur-MV, die bis zum Marktfinale für die weihnachtliche Untermalung sorgten. Lokalmatador DJ Dixi: „Es ist uns einfach ein Bedürfnis, hier zu Hause uneigennützig unseren musikalischen Beitrag zu leisten.“
Im von mir ganz persönlich erklärten Bratwurstwettbewerb habe ich diesmal den Burgverein vorn gesehen. Dafür setze ich der Feuerwehr mit Wehrführer René Deparade und seinen Kameraden am Hahn die Glühweinkrone auf. Zu Ehren wäre sicherlich auch die Old Well Distillery von Alex Remzi mit ihrem karätigen Wesenberger Goldwasser gekommen, aber dann hätte ich diese Zeilen vermutlich nicht mehr schreiben können. Weshalb ich auch den Bierhahn von Micha Schwab untypisch umkurvt habe, auf dessen Brauerei nebst Biergarten im kommenden Jahr an der Alten Brennerei in der Bahnhofstraße ich mich schon mächtig freue. Zurück zum Fassungsvermögen: Auch beim Wesenberger Fischeintopf der Obere-Havel-Fischer und beim Schmalzgebäck von Bäcker Reinhold, der zusätzlich als Kinderanimateur beeindruckte, kann ich an dieser Stelle nicht mitreden. Trotzdem nur für die Teilnahme, Kompliment! Auch an die Quakenbrücker Städtepartner, deren Gebäck schnell an die Wesenberger und ihre Nachbarn gebracht war.
Wenige Tage nach dem Richtfest für die Halle (Strelitzius berichtete) hat die brenn:werk-Genossenschaft Wesenberg einen weiteren Newsletter veröffentlicht. „Dort, wo später die schönen großen Fenster sein werden, hängen jetzt noch Folien gegen Wind und Wetter. Aber das Aufmaß für die Fenster ist gemacht, und wir rechnen Ende Januar mit dem Einbau“, wird mitgeteilt.
Nun halte erst einmal der Winter Einzug, und der Bau könne trockenfrieren. Auch wenn nicht alles nach Plan lief, sei im zurückliegenden Jahr viel geschafft worden. „Draußen liegen über 6.000 geputzte Ziegelsteine bereit wieder verbaut zu werden. Glas- und Schrottmüll sind beseitigt, Schadstoffe aus der Brennerei raus, Fledermäuse und Zauneidechse für den Artenschutzbeitrag beobachtet und gezählt. Wir haben einen Preis für unseren Zukunftsgarten bekommen, der Bauantrag für die Brauerei ist durch und, und, und…“
Alle Jahre wieder steht der traditionelle Weihnachtsbaum auf dem Wesenberger Markt. Der Regiehof der Stadt hat heute Vollzug gemeldet, der gut gewachsene Baum stammt von IDA & Freunden in Ahrensberg. Nächste Aufgabe für die Kommunalarbeiter ist es, noch einen kleineren, weithin sichtbaren Weihnachtsbaum auf der Spitze des Burgturms aufzustellen. Auch das hat in der Woblitzstadt Tradition.
Das „Wesenberger-Weihnachts-Wandeln“ (Strelitzius berichtete) kann also kommen. Es findet am kommenden Sonnabend, den 2. Dezember, von 14 bis 19 Uhr auf dem Marktrondell statt. Man sieht sich beim Budenzauber!
Vorstandsmitglied Barbara Toennieshen beweist bei den traditionellen Hammerschlägen unter der Richtkrone Kraft und Augenmaß. Ihr zur Seite vom Vorstand Anna Pelz und Elizabeth Baumann (von vorn) sowie Architekt Wito Tröschel.
Den wenigsten Rohbauten sind gleich zwei Richtfeste beschieden. So geschehen an diesem Wochenende in Wesenberg. Es gab aber auch sehr Besonderes zu feiern. Das Dach über der neuen Mehrzweckhalle mit Galerie der brenn:werk-Genossenschaft an der mehr als 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Brennerei in der Bahnhofstraße ist geschlossen.
Gestern wurde mit den Bauleuten auf das denkwürdige Ereignis angestoßen. Die nahmen allerdings die Richtkrone wieder mit, so dass heute für Mitglieder und Freunde der Genossenschaft eine neue aufgezogen wurde. Und nach Richtspruch, Hammerschlägen und traditionellem Schluck wurden nicht nur wie von alters her das Glas aus luftiger Höhe auf den Boden geworfen, sondern als Zugabe auch noch eine Flasche mysteriösen Getränks, die bei Aufräumarbeiten entdeckt worden war und gut und gern vor vielen Jahrzehnten abgefüllt worden ist. Wenn das kein Glück bringt! Welches die Brenn:werker auch weiterhin bei ihrem ambitionierten Vorhaben in großen Mengen gebrauchen können. Zumal die jüngsten Nachrichten aus der Bundeshauptstadt nicht unbedingt zu Optimismus anregen, was Fördermittel angeht, auf die auch die Genossenschaft dringend angewiesen ist.
Bernhard Keller, Steffen Rißmann und Wito Tröschel (von links).
Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Keller blickte sich einfach nur froh in der neue Halle um, einem „Raum, in dem wir sein und Dinge tun können“. Das sei „schon abgefahren“. Das Projekt voranzubringen, mache jede Menge Spaß, zumal die Initiatoren nach dem Kauf der Brennerei Ende 2021 in Wesenberg großartig aufgenommen worden seien und inzwischen viele Einheimische und Leute aus der Umgebung das Vorhaben mittragen. Die Genossenschaft funktioniere gut, „eine tolle Sache“. Allen voran sei aber dem jungen Architekten und Genossenschaftsmitglied Wito Tröschel zu danken, der mit seiner Diplomarbeit 2017 über die Brennerei den Grundstein gelegt habe.
Visionär Wito Tröschel, gebürtiger Wesenberger, sprach sichtlich gerührt von einem „Herzensprojekt städtischer und regionaler Bedeutung, das Form annimmt und bei dem immer mehr Leute mitmachen“. Mit der Mehrzweckhalle werde „ein großer Schritt hin zu dem getan, was das Brenn:werk werden kann“. Er jedenfalls sei gespannt, was noch alles wird.
Ein Quartier, auf das man stolz sein kann
Wesenbergs Bürgermeister Steffen Rißmann verwies auf zahlreiche Anbahnungen der Stadt, um das Umfeld des Brenn:werkes aufzuwerten. Entstehen solle „ein Quartier, auf das man stolz sein kann und das Lebensqualität widerspiegelt. Wir sind gut aus den Startlöchern gekommen hin zu einem fundamentalen Erfolg für Wesenberg und die Kleinseenplatte.“
Irgendwann zwischen Frühjahr und Sommer kommenden Jahres wird die Halle in Betrieb genommen. Sie bietet niedrigschwellig Platz für ein Café, die Stadtbibliothek, Veranstaltungen, Feiern, Kurse und vieles mehr. Hier trifft man sich in Wesenberg. Hinzu kommen ebenfalls im kommenden Jahr ein Biobrauerei und ein Biergarten. Für 2024 stehen Wohnbauten auf dem Programm der Genossenschaft, 2025 soll das historische Hauptgebäude in Angriff genommen werden. Strelitzius wird den Fortschritt hier im Blog weiter begleiten. Und natürlich sucht die Genossenschaft noch mehr Mitglieder und Investoren.
Im Sommer diesen Jahres konnte der Wesenberger Feuerwehrnachwuchs ein eigenes Haus im Gewerbegebiet Am Pump an der B 198 in Besitz nehmen.
Die Feuerwehren der Partnerstädte Wesenberg (Mecklenburg) und Quakenbrück (Niedersachsen) wollen im Bereich des Nachwuchses zusammenarbeiten. Angedacht ist ein Austausch von Kinder- und Jugendgruppen, wie mir Wesenbergs Bürgermeister Steffen Rißmann nach einem Besuch am vergangenen Freitag in Quakenbrück sagte. Das Oberhaupt der Woblitzstadt war in Begleitung von Wesenbergs Wehrführer René Deparade. Für den Sommer 2024 ist eine erste Reise geplant, wer bei wem weilt, steht noch nicht fest. „Die Kontaktdaten sind ausgetauscht, wir bleiben im Gespräch“, so Steffen Rißmann.
Die Freiwillige Feuerwehr Quakenbrück war beim jüngsten Treffen vertreten durch Wehrführer Denis Dröge, Jugendwart Lukas Lüers und Gruppenführer Christian Meinecke. Weiterhin nahmen der 1. Stellvertreter der Bürgermeisterin Gerd Meinecke und Franz Georg Gramann als Vertreter der Samtgemeinde Artland teil.
Im Rahmen des Besuches gab es auch ein Zusammentreffen mit Bürgermeisterin Tülay Tsolak und dem Bürgermeister der Samtgemeinde Artland Michael Bürgel sowie eine Besichtigung der Theaterwerkstatt.