Andrés Felipe Orozco (Alfred), Laura Albert (Rosalinde)
Die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz hat mit der Inszenierung von Max Hoehn am Landestheater Neustrelitz der 150-jährigen Erfolgsgeschichte der Komischen Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß am Karsonnabend ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Das Publikum bedachte die Premiere nicht nur mit permanentem Szenenapplaus, am Ende hielt es niemanden mehr auf den Sitzen (Strelitzius berichtete kurz). Minutenlang wurden die Akteure gefeiert. Die musikalische Leitung hatte Generalmusikdirektor Daniel Geiss, der eine glänzend auf die Aufführungen vorbereitete Neubrandenburger Philharmonie dirigierte. Das Orchester bestach von der Ouvertüre an.
„Trinke Liebchen, trinke schnell“, „Mein Herr Marquis“ oder „Brüderlein und Schwesterlein“, viele Menschen meiner Generation können die Lieder mitsingen. Erfreulich, dass auch etliche jüngere Zuschauer den Weg in den Neustrelitzer Musentempel gefunden haben, und prompt für den Mut zur Operette belohnt wurden. Ein gutes Vorzeichen für die Festspiele im Schlossgarten 2024, die die Operette „Ein Walzertraum“ von Oscar Straus auf die große Freilichtbühne bringen. Und, Neustrelitz kann Operette, der Beweis ist an diesem Osterwochenende einmal mehr erbracht worden.
Die Musiktheatersparte der TOG hat sich die Lorbeeren wahrlich verdient. Für den „Fledermaus“-Genuss haben in den Hauptrollen Bernd Könnes als Gabriel von Eisenstein, Laura Scherwitzl als Adele, Julia Baier-Tarasova als Prinz Orlovsky, Andrés Felipe Orozco als Alfred und Robert Merwald als Dr. Falke gesorgt. Alle überstrahlte aber Ensemble-Neuzugang Laura Albert, die zum Einstand bereits als Agathe in der Oper „Der Freischütz“ am Landestheater beeindruckte. Die Herzen der Operettenfreunde flogen der Sopranistin förmlich zu, und sie durfte sich völlig zurecht über den größten Beifall freuen. Die junge Künstlerin dürfte eine ganz wunderbare Bühnenkarriere vor sich haben.
Julia Baier-Tarasova (Prinz Orlofsky) und das gesamte Ensemble.Fotos: Jörg Metzner
Mit minutenlangen stehenden Ovationen und Hochrufen hat das Premierenpublikum im Landestheater Neustrelitz am Abend die Inszenierung von Max Hoehn der berühmten Johann-Strauß-Operette „Die Fledermaus“ bedacht. Die musikalische Leitung oblag Daniel Geiß, der die gewohnt exzellente Neubrandenburger Philharmonie dirigierte.
Die Zuschauer feierten gleichermaßen Solisten, Opernchor und Deutsche Tanzkompanie. Ein weiterer großartiger Erfolg der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/ Neustrelitz. Ausführlich berichtet wird am Ostermontag hier im Blog.
Laura Albert (Rosalinde), Bernd Könnes (Gabriel von Eisenstein).
Am 30. März um 19.30 Uhr feiert Johann Strauß` bekannte komische Operette Die FledermausPremiere im Landestheater Neustrelitz. Der Dreiakter zählt zu den meistgespielten Stücken weltweit und wurde 1874 im bis heute existierenden Theater an der Wien uraufgeführt.
Die heitere Geschichte: Um sich an seinem Freund Eisenstein zu rächen, inszeniert Dr. Falke alias die Fledermaus ein Verwechslungsspiel beim Ball des Grafen Orlofsky. Dort treffen sich ein Marquis und ein Chevalier, eine ungarische Gräfin und angehende Künstlerinnen. Jedoch: niemand ist der, für den er sich ausgibt. Alles ist Maskerade und Schwindel, und so endet die Ballgesellschaft im Gefängnis. Als schließlich alle Masken fallen und die außerehelichen Techtelmechtel ans Licht kommen, zeigt sich die gelungene Rache der Fledermaus.
Kartenwünsche für die Premiere oder andere Vorstellungstermine gern unter 03981 20 64 00 und 0395 569 98 32 oder Ticket einfach online buchen unter https://tog.de
REGIETEAM Musikalische Leitung: GMD Daniel Geiss Inszenierung: Max Hoehn Bühnen- und Kostümbild: Darko Petrovic Choreographie: Gaetano Posterino Chor: Joseph Feigl Dramaturgie: Dr. Sebastian Richter
Opernchor der TOG Deutsche Tanzkompanie Neubrandenburger Philharmonie
Am Freitag, 22. März, feiert die Komödie Alle meine Männer von Ray Cooney, Bearbeitung von Michael Barfoot, Deutsch von Frank-Thomas Mende, im Schauspielhaus Neubrandenburg Premiere – als deutschsprachige Erstaufführung in einer neuen Bearbeitung, in der aus der männlichen Hauptfigur John kurzerhand Jackie wird. Ray Cooney ist für seine unschlagbar gut geschriebenen Komödien weltberühmt. Die 1982 im Londoner West End uraufgeführte Farce »Doppelt leben hält besser – Taxi, Taxi“ (im Original: »Run for your wife«) steckt voller absurder Wendungen und bricht jedes Tabu.
Jackie Smith ist Taxifahrerin in London und glücklich verheiratet: in Wimbledon mit Mark und in Streatham mit Barry! Garant für dieses komplizierte Lebensmodell ist Jackies organisatorisches Geschick und ein meisterhaft ausgetüftelter Stundenplan. Bis ein Unfall die scheinbar makellose Planung ruiniert. Nun ist nur noch das Chaos perfekt. Im Labyrinth aus phantastischen Ausreden und Lügen läuft Jackie zu Höchstform auf: Nachbarin Stella wird kurzerhand zur Verbündeten, heißen Affäre oder zum vernachlässigten Kind – bis sich keiner mehr auskennt und nicht nur die Polizei dem Gesetz der Verrücktheit erliegt.
Von links: Burkhard Wolf (Präparator), Thomas Pötzsch (Invalider), Noah Alexander Wolf (ein Schupo), Judith Florence Ehrhardt (Elisabeth), Dirk Schmidt (Kriminaler). Fotos: Ruth Walz
Mit viel Applaus ist gestern Abend im Landestheater Neustrelitz die Premiere des Schauspiels „Glaube Liebe Hoffnung“ von Ödön von Horváth unter Mitarbeit von Lukas Kristl bedacht worden. Gedrückter Stimmung, wurde das Publikum im Anschluss in die frühlingslaue Februarnacht entlassen. Und so mancher Theatergänger dürfte die Schlusszeilen des Stücks noch lange im Kopf hin und her gedreht haben: „Ich lebe, ich weiß nicht wie lange. Ich sterbe, ich weiß nicht wann. Ich fahre, ich weiß nicht wohin. Mich wundert, dass ich so fröhlich bin.“ Dermaßen unter die Haut gehen, das kann nur Theater. Es will nicht nur unterhalten, es will zum Denken anregen, bilden, aufklären, kritisch sein, aufrütteln, den Finger in die Wunde legen. Alles das bietet die jüngste Inszenierung am Neustrelitzer Bühnenhaus, und das macht sie so wertvoll. Gut gemacht!
Regie geführt hat Schauspieldirektor Maik Priebe. Ödon von Horvath hat ihm mit „Glaube Liebe Hoffnung“, entstanden zwischen 1932 und 1933 nach einem tatsächlichen Kriminalfall und mit Machtergreifung der Nazis noch vor der Inszenierung abgesetzt, eine Steilvorlage geliefert. Der Stoff, die Auseinandersetzung zwischen Individuum und Gesellschaft, ist aktuell wie eh und je, scheint zeitlos, die Handlung könnte im Heute spielen. Den „Kleinen Totentanz“, wie der Autor untertitelte, gerade jetzt, da die Welt radikalisiert erneut aus den Fugen zu geraten scheint, wieder auf die Bühne zu bringen, ist fast geboten. Priebe in seiner ersten Spielzeit bei der Theater und Orchester GmbH hat das erkannt, die Vorlage großartig umgesetzt, ihr mit seiner schon beachtlichen Erfahrung als Theatermann seine Handschrift verliehen.
Ergreifende Protagonistin
Voller Dankbarkeit dürfte Maik Priebe für das ergreifende Spiel seiner Protagonistin sein. Judith Florence Ehrhardt in ihrer Gastrolle in Neustrelitz vergisst man so schnell nicht. Anrührend als junge Frau Elisabeth zwischen Hoffnung auf das große Glück, dem Glauben an die eigene Kraft und dem letztlichen Scheitern an der Unbarmherzigkeit ihrer Umwelt bis hin zum Suizid, bietet sie großes Theater. Eine Besetzung, von der man meinen sollte, dass sie ideal ist. Und singen kann Judith Florence Ehrhardt auch noch!
Mit Rahel Ohm, bekannt vor allem aus Film und Fernsehen, als Frau Amtsgerichtsrat ist ein weiterer Gast für die Inszenierung gewonnen worden. Die Schauspielerin ist dem Theater immer treu geblieben, zum Glück, wie sich bei der Neustrelitzer Premiere wieder erwies. Noah Alexander Wolf als Polizist und Geliebter Elisabeths steht überzeugend für das Rädchen im Getriebe, das mit unzähligen anderen den Apparat am Laufen hält und dabei eigene Persönlichkeit, eigenes Gesicht nur noch unterschwellig erkennen lässt. Der Mitläufer schlechthin. Als er von der Vorstrafe Elisabeths erfährt, will er nichts mehr von ihr wissen, stürzt sie in die Verzweiflung und die Ausweglosigkeit. Großartig, wie Thomas Pötzsch den Invaliden gibt. Burkhard Wolf als Präparator, dem Elisabeth schon zu Lebzeiten für anatomische Zwecke ihren Körper verkaufen will, Josefin Ristau als fiese Geschäftsfrau und Dirk Schmidt als Kriminaler legen für das hauseigene Schauspielensemble Ehre ein und tragen unbedingt dazu bei, dass die Inszenierung ein Erfolg ist.
Am kommenden Freitag, den 16. Februar feiert das Volksstück Glaube Liebe Hoffnungin der Inszenierung von Schauspieldirektor Maik Priebe am Landestheater Neustrelitz Premiere. Ödön von Horváths zärtlich-poetischer Totentanz lässt inmitten einer immer radikaleren Welt Figuren voller Zuversicht, Leidenschaft und Erwartung auf das große Glück hoffen.
Die junge Elisabeth stürzt sich hoffnungsvoll ins Leben. Um sich selbständig zu machen, fehlt ihr allerdings ein Gewerbeschein. Sie versucht ihren Körper schon zu Lebzeiten ans Anatomische Institut zu verkaufen und hat Glück, denn ein Präparator leiht ihr Geld. Das sie wiederum benutzt, um ihre Vorstrafe zu bezahlen wegen Handels ohne Gewerbeschein. Natürlich kommt alles heraus und selbst ihr Geliebter, ein Polizist, will nichts mehr von ihr wissen.
Die Besucher der ausverkauften Premiere von ES WAR EINMAL – GRIMM RELOADED im Neubrandenburger Schauspielhaus feierten am frühen Freitagabend ein bestens aufgelegtes Ensemble der Deutschen Tanzkompanie mit ihrer märchenhaften Revue von Kirsten Hocke: bezaubernde Tanzbilder mit vielen Soli, mit reichlich Abwechslung und mit Tempo, mit Spaß am fein gesponnenen Durcheinander, und nicht zuletzt die Verbindung von Tanz und Spiel.
Das Auge findet immer wieder Neues in einer detailverliebten und zugleich funktionellen Ausstattung, die dem Tanz sowie den Tänzerinnen und Tänzern Raum gibt. Dasselbe gilt für die aufwendigen Kostüme, die den Tanz nicht behindern, aber um so mehr zum Spiel – manchmal auch zum Träumen – einladen. Die ganze Revue lebt von der Einheit von Choreographie und Inszenierung; und vom Spaß daran, der sich aufs Publikum überträgt. So tischt das Ensemble unter der Regie der erfahrenen Tanz-Theater-Frau Kirsten Hocke eine bunte Mischung aus Revue, klassischem Märchenballett, Musical und Schauspiel auf. Dabei legen alle Tänzerinnen und Tänzer erfrischenden Spielwitz an den Tag und beweisen ihre individuellen darstellerischen Qualitäten in immer neuen Rollenwechseln. Das tänzerische Können und die Klasse jeder/jedes einzelnen zeigt sich zweifellos, doch nicht losgelöst und vordergründig, eher als Voraussetzung und im Dienst für dieses „Gesamtpaket“ – an das man sich sonst nicht wagen dürfte.
Die Theater und Orchester GmbH lädt ein zu bester Unterhaltung: „Die spanische Stunde“, eine musikalische Komödie von Maurice Ravel, hat am Sonnabend, 2. Dezember, um 19.30 Uhr, in deutscher Sprache im Landestheater Neustrelitz Premiere. Zu erleben sind Julia Baier-Tarasova, Andrés Felipe Orozco, Bernd Könnes, Gabriel Wernick, Ryszard Kalus.
Während der Uhrmacher Torquemada unterwegs ist und die Rathausuhren wartet, empfängt seine Frau Conception ihren Liebhaber Gonzalvo. Stören tut da nur der Mauleseltreiber Ramiro mit seiner kaputten Uhr. Als noch ein zweiter Liebhaber von Conception im Laden erscheint, ist das Chaos schließlich komplett. Beide Verehrer werden nun in große Uhrgehäuse gesteckt, die der gutmütige Ramirow hin und her räumt. Und dann kommt auch Torquemada wieder zurück… Die klassische frivole Komödie ist eine ebenso geistreiche wie auch sinnliche Komposition und erzählt von der Liebe in all ihren Facetten.
Carolyn Sittig (Inszenierung) studierte an der École du Louvre in Paris Kunstgeschichte und an der RWTH in Aachen Architektur. Ihre Leidenschaft für die dramatische Kunst führte sie an die Hochschule für Musik und Theater Hamburg, wo sie ihr Studium der Opernregie fortsetzte. Als wahre Entdeckerin der Kunst pendelt ihre Arbeit ständig zwischen darstellender Kunst und bildender Kunst. Regie führte sie u.a. am Grand Théâtre de l’Opéra National de Bordeaux, am Theater Krefeld, am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, an der Opera Zuid in Maastricht, am Theater Bremen oder am Stadttheater Gießen. Sie lebt in Frankreich und Deutschland, wo sie außerdem diverse Ausstellungen und Performances hat.
Johann Jörg (Bühnen- und Kostümbild) studierte Bühnenbild, Kostüm und Film an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Assistenzen an der Oper Frankfurt, Oper Genf sowie Arbeiten am Burgtheater mit Herbert Achternbusch, am Theater Der Kreis mit George Tabori und an der Bayrischen Staatsoper München mit Erich Wonder. Seit 1989 freischaffender Bühnenbildner und Kostümbildner, u.a. am Schauspielhaus Zürich, Schauspielhaus Düsseldorf, Theater Braunschweig, Darmstadt, Solothurn und Luzern. Arbeiten an der Staatsoper unter den Linden, Oper Leipzig, Opera Zuid in Maastricht, Oper Dortmund, Nationaltheater Mannheim und der Finnischen Nationaloper in Helsinki.
Daniel Klein (Musik) studierte Klavier an der Folkwang Hochschule Essen und Dirigieren an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Als Gastkorrepetitor war er bislang u. a. für das Aalto Theater Essen, das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen und das Theater Hagen tätig. Klein begann seine künstlerische Laufbahn an der deutschen Oper am Rhein als Ballettrepetitor. Nach Engagements am Staatstheater Cottbus und dem Theater Münster war er 2. Kapellmeister an der Staatsoper Hannover, wo er eine Vielzahl an Opern und Ballettproduktionen dirigiert und neu einstudiert hat. Seit der Spielzeit 2019/20 ist er fest als 1. Kapellmeister an der TOG Neubrandenburg/Neustrelitz engagiert.
Weitere Vorstellungen: Sa. 16.12., 19:30 Uhr, Fr. 22.12., 19:30 Uhr, Fr. 5.1., 19:30 Uhr, Sa. 17.2., 19:30 Uhr
Tickets unter 03981 20 64 00 oder einfach online buchen unter https://tog.de
DIE AFFÄRE RUE DE LOURCINE hat am kommenden Freitag, den 10. November, um 19.30 Uhr, im Schauspielhaus Neubrandenburg Premiere. Die Komödie von Eugène Labiche (Deutsch von Elfriede Jelinek) ist ein atemloses Versteck- und Verwechslungsspiel um die Gedächtnislücke einer durchzechten Nacht. Es spielen Karen Kanke, Anika Kleinke, Thomas Pötzsch, Burkhard Wolf, Noah Alexander Wolf.
Lenglumé erwacht schwer verkatert und kann sich an nichts, absolut nichts erinnern. Auch nicht an den Mann, der neben ihm im Bett schnarcht. Und damit beginnt ein atemloses Versteck- und Verwechslungsspiel um die Gedächtnislücke der durchzechten Nacht. Denn in der Rue de Lourcine ist ein Mord geschehen. Und Leglumé und sein Bettnachbar, der sich als alter Schulfreund entpuppt, sind sich plötzlich nicht mehr so sicher, zu was sie am Ende fähig wären. In um sich greifender Verzweiflung wird nun vertuscht, verdreht und turbulent aneinander vorbei gesprochen! Eugène Labiches Stück ist ein Klassiker der Komödie – zum großen Amüsement des Publikums.
Eugène Labiche (1815-1888) gilt als Erfinder der Boulevardkomödie (er schrieb u.a. „Ein Florentiner Hut“, „Das Sparschwein“). Labiche war ein Vielschreiber, der bekannt wurde durch derbe Vaudeville-Komödien (die ihn, zu seinem Bedauern, nicht an die Comédie-Française brachten). In diesen Komödien geht es um Wirren der Liebe und andere Katastrophen im Leben des Bürgertums. „Die Affäre Rue de Lourcine“ 1857 geschrieben, wurde am Théâtre du Palais-Royal in Paris uraufgeführt – und ist ein ungewöhnliches Labiche-Stück, da es einen doppelten Boden hat.
INSZENIERUNGSTEAM
Martina Eitner-Acheampong(Inszenierung) studierte von 1981 bis 1985 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Außenstelle Rostock. Nach ihrem Studium folgten Engagements an den Theatern Rudolstadt, Greifswald, Leipzig und Bochum, ab 2006 Gastengagements in Zürich, Essen, Bochum und Berlin. Sie arbeitete unter der Regie u. a. von Konstanze Lauterbach, Armin Petras, Wolfgang Engel, Kazuko Watanabe, Karin Henkel, Matthias Hartmann, Jürgen Kruse und Helge Schneider. Seit 1991 führt sie selbst Regie (u.a. am Neuen Theater Halle, an den Theatern Heilbronn, Bielefeld und Konstanz, an der Landesbühne Detmold, am Schauspielhaus Bochum sowie am Staatstheater Augsburg und Stuttgart). In Film und Fernsehen ist sie häufig zu sehen u.a. in diversen Folgen „Tatort“, der Fernsehserie „Dr. Klein“, dem Kinofilm „Radio Heimat – Damals war auch scheiße“, der Serie „Stromberg“ und der französischen Serie „Parlament“ über die EU sowie den Kinofilmen „Der Junge muss an die frische Luft“ und in Fatih Akins „Der goldene Handschuh“.
Jan Steigert (Bühnen- und Kostümbild) wurde 1968 in Karlsruhe geboren. Von 1992 bis 1996 studierte er Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Bochum. Bereits während des Studiums war er ab 1992 Hospitant für Bühnenbild am Schauspielhaus Bochum, an der Deutschen Oper am Rhein und am Staatstheater Karlsruhe. Ab 1997 assistierte er dem Bühnenbildner Stefan Meyer am Schauspielhaus Bochum unter der Intendanz von Leander Haußmann. In dieser Zeit als Assistent arbeitete er für Regisseure wie Jürgen Kruse, Christof Nel, Dimiter Gotscheff und Peter Stein. Mit Peter Stein entstanden Arbeiten für die Salzburger Festspiele und die Walisische National Oper in Cardiff (u.a. „Wozzeck“ unter der musikalischen Leitung von Claudio Abbado). Im Rahmen der Expo 2000 in Hannover übernahm er die Assistenz bei Peter Steins „Faust 2“. Seit 2000 arbeitet Jan Steigert als freischaffender Bühnen- und Kostümbildner für Sprech- und Musiktheater, wobei er auch Erfahrungen in den Bereichen Film und Fernsehen sowie Architektur sammelte. Regelmäßige Kooperationen mit den Regisseuren Torsten Krug, Martina Eitner-Acheampong und Amina Gusner führten ihn ans Grillo Theater Essen, das Centraltheater Leipzig, an die Bühnen der Stadt Gera-Altenburg, ans Staatstheater Braunschweig und Schauspielhaus Bochum und Chemnitz uvm.
Alan Kofi Acheampong (Musik) Künstlername: Ishr, ist 1993 in Leipzig geboren. Früh hatte er Klavierunterricht und wechselte als Teenager zu „seinem“ Instrument: Drums & Percussion. Nach Abitur und Tischlerlehre arbeitet er nun als freier Komponist für elektronische Musik und als Produzent. Neben den Bands IVENH (Death Metal) und Heldmanns Sohn (Singer-Songwriter) spielte er auch live bei verschiedenen Theaterabenden und Lesungen u.a. mit Martina Eitner-Acheampong, bei der Bochum Biennale: „Meteor“ (Karel Čapek), „Picknick am Wegesrand“ (Boris + Arkadji Strugatzki). Am Theater Chemnitz schrieb er die Theatermusik für „Der kleine Prinz“ und „Ein Sommernachtstraum“.
Weitere Vorstellungen 2023
Fr. 17.11., 19:30 Uhr; Fr. 1.12., 19:30 Uhr; Do. 7.12., 19:30 Uhr; Fr. 15.12., 19:30 Uhr; So. 31.12., 16 und 20 Uhr. Kartenwünsche unter 03981 20 64 00 oder Ticket einfach online buchen unter https://tog.de
Bettina Meske, Niklas Schurz, Deutsche Tanzkompanie
Das Musical „The Famous Door on Swing Street“ von Komponist Thilo Wolf und Autor Ewald Arenz hat gestern Abend am Landestheater Neustrelitz seine Premiere, quasi zweite Uraufführung erlebt. Und die war umjubelt, das Publikum spendete minutenlange stehende Ovationen. Selbst gestandene Theatergänger erleben eine so überbordende Begeisterung selten, die sich schon während der Aufführung immer wieder mit Szenenapplaus und Hochrufen abzeichnete. Nach der Pandemie war das Haus endlich wieder ausverkauft, wie Intendant Sven Müller bei der Stückeinführung im Rangfoyer hervorhob. Auch dafür gab es dankbaren Beifall.
2020 war das Stück am Stadttheater Fürth zum ersten Mal auf die Bühne gekommen, mit allen Einschränkungen, die den Kulturbetrieben des Landes durch Corona seinerzeit auferlegt waren. Gaines Hall führte bereits Regie und hat auch in Neustrelitz Inszenierung und Choreografie übernommen. Thilo Wolf steuerte ein gänzlich neues Arrangement für großes Orchester und kleine Jazzband bei. Er hat für „The Famous Door on Swing Street“ die Leitung der Neubrandenburger Philharmonie übernommen, die im Orchestergraben die musikalische Vorlage exzellent umsetzte.
Andrés Felipe Orozco, Laura Scherwitzl
Laura Scherwitzl und Andrés Felipe Oroczo in den Rollen von Anna und Mike, die in New York neu anfangen wollen und zu Zeitreisenden werden, meisterten ihre Aufgaben mit gewohnter Bravour. Sopranistin und Tenor stehen als feste Ensemblemitglieder seit Jahren für hohe künstlerische Qualität am Bühnenhaus der Residenzstadt. Gast-Musicaldarsteller Niklas Schurz als brillanter Stepptänzer Pete beeindruckte, auch Bettina Meske als Besitzerin des Plattenladens, einstige Diva und Wächterin über die Geheimtür in die Vergangenheit, flogen die Sympathien der Zuschauer nur so zu. Sebastian Naglatzki als Banker Tom schien der Part des komischen Vogels wie auf den Leib geschrieben, und die Aufzählung wäre unvollständig ohne die vielbeschäftigten Swing-Sisters Laura Albert, Julia-Baier-Tarasova und So Yeon Yang, die das Vergnügen abrundeten.