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Ödön von Horvath, Glaube Liebe Hoffnung, Landestheater, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Premiere, Schauspiel

Am kommenden Freitag, den 16. Februar feiert das Volksstück Glaube Liebe Hoffnung in der Inszenierung von Schauspieldirektor Maik Priebe am Landestheater Neustrelitz Premiere. Ödön von Horváths zärtlich-poetischer Totentanz lässt inmitten einer immer radikaleren Welt Figuren voller Zuversicht, Leidenschaft und Erwartung auf das große Glück hoffen.
Die junge Elisabeth stürzt sich hoffnungsvoll ins Leben. Um sich selbständig zu machen, fehlt ihr allerdings ein Gewerbeschein. Sie versucht ihren Körper schon zu Lebzeiten ans Anatomische Institut zu verkaufen und hat Glück, denn ein Präparator leiht ihr Geld. Das sie wiederum benutzt, um ihre Vorstrafe zu bezahlen wegen Handels ohne Gewerbeschein. Natürlich kommt alles heraus und selbst ihr Geliebter, ein Polizist, will nichts mehr von ihr wissen.
Ödön von Horváth ist neben Brecht einer der bedeutendsten Theaterautoren des letzten Jahrhunderts. Mit seiner „Demaskierung des Bewusstseins“ (das bedeutet, mit der Demaskierung allgemeiner Bewusstlosigkeit), „dem Kampf zwischen Individuum und Gesellschaft“ und natürlich: Horváths Sprache, die den Figuren geschieht, als Menschheitserfahrung und Bruchstücke einer sehr verkommenen, gemeinsamen Konfession (Botho Strauß), ist Horváth bis heute anhaltend aktuell, vielleicht mehr denn je. Der Titel „Glaube Liebe Hoffnung“ ist eine Variation des Bibeltextes Paulusbrief 1 Kor 13,13 EU. „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“ Bekannt wurde Horváth durch seine Volksstücke „Italienische Nacht“, „Geschichten aus dem Wiener Wald“, „Kasimir und Karoline“, „Glaube Liebe Hoffnung“ u.a., die in den Jahren zwischen 1928 und 1932 entstanden.
1932 traf Horváth auf der Durchreise in München den Gerichtsreporter Lukas Kristl, der ihm davon berichtete, wie „kleinen Paragrafen“ oft die größten Tragödien verursachen, in dem sie einfache Menschen in die Ausweglosigkeit stürzen. So auch Elisabeth (d.h. die Geschichte ist historisch fundiert). 1933 wurde das Stück (in zweiter Fassung) mit dem Untertitel „Ein kleiner Totentanz in 5 Bildern“ an den Verlag gegeben.
An den großen Bühnen Berlins uraufgeführt, war 1931 Horváth am Zenit seines Schaffens, bis zur Machtergreifung der Nazis – nun wurden Horváths Stücke von den Bühnen verbannt, (und 1933 verbrannt). Die NS-Kulturpolitik zwang Heinz Hilpert dazu, die angekündigte Inszenierung von „Glaube Liebe Hoffnung“ abzusagen. Die Uraufführung des Stückes unter dem Titel „Glaube Pflicht Hoffnung“ fand 1936 in Wien statt.
Einen ersten Einblick in das Stück gibt die Matinee am Sonntag, 11. Februar, um 11 Uhr, im Landestheater. Das Regieteam und Ensemblemitglieder stellen die Inszenierung, Bühnen und Kostümbild vor – der Eintritt ist wie immer frei.
Weitere Vorstellungen:
Fr. 01.03., 19:30 Uhr – Landestheater Neustrelitz
Mo. 01.04., 16:00 Uhr (Ostermontag) – Landestheater Neustrelitz
Fr. 12.04., 19:30 Uhr Schauspielhaus Neubrandenburg
Sa. 20.04., 19:30 Uhr – Landestheater Neustrelitz
Fr. 26.04., 19:30 Uhr Schauspielhaus Neubrandenburg
Kartenwünsche werden gern entgegengenommen unter 03981 20 64 00 oder Ticket einfach online buchen unter https://tog.de