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Die Fledermaus, Landestheater, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Operette, Premiere

Die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz hat mit der Inszenierung von Max Hoehn am Landestheater Neustrelitz der 150-jährigen Erfolgsgeschichte der Komischen Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß am Karsonnabend ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Das Publikum bedachte die Premiere nicht nur mit permanentem Szenenapplaus, am Ende hielt es niemanden mehr auf den Sitzen (Strelitzius berichtete kurz). Minutenlang wurden die Akteure gefeiert. Die musikalische Leitung hatte Generalmusikdirektor Daniel Geiss, der eine glänzend auf die Aufführungen vorbereitete Neubrandenburger Philharmonie dirigierte. Das Orchester bestach von der Ouvertüre an.
„Trinke Liebchen, trinke schnell“, „Mein Herr Marquis“ oder „Brüderlein und Schwesterlein“, viele Menschen meiner Generation können die Lieder mitsingen. Erfreulich, dass auch etliche jüngere Zuschauer den Weg in den Neustrelitzer Musentempel gefunden haben, und prompt für den Mut zur Operette belohnt wurden. Ein gutes Vorzeichen für die Festspiele im Schlossgarten 2024, die die Operette „Ein Walzertraum“ von Oscar Straus auf die große Freilichtbühne bringen. Und, Neustrelitz kann Operette, der Beweis ist an diesem Osterwochenende einmal mehr erbracht worden.
Die Musiktheatersparte der TOG hat sich die Lorbeeren wahrlich verdient. Für den „Fledermaus“-Genuss haben in den Hauptrollen Bernd Könnes als Gabriel von Eisenstein, Laura Scherwitzl als Adele, Julia Baier-Tarasova als Prinz Orlovsky, Andrés Felipe Orozco als Alfred und Robert Merwald als Dr. Falke gesorgt. Alle überstrahlte aber Ensemble-Neuzugang Laura Albert, die zum Einstand bereits als Agathe in der Oper „Der Freischütz“ am Landestheater beeindruckte. Die Herzen der Operettenfreunde flogen der Sopranistin förmlich zu, und sie durfte sich völlig zurecht über den größten Beifall freuen. Die junge Künstlerin dürfte eine ganz wunderbare Bühnenkarriere vor sich haben.
Vom Publikum schon bei Auftritt mit Sonderapplaus bedacht Karin Hartmann in der Rolle des Frosch. Die in der Residenzstadt hochverehrte Mimin konnte ihr ganzes komödiantisches Können zeigen, was für eine Wiedersehensfreude! Kompliment in dem Zusammenhang auch an die Maske… Ryszard Kalus gab herrlich den Gefängnisdirektor Frank, Mathew Habib den Dr. Blind und Fernanda de Araujo die Ida.
Der von Joseph Feigl bestens einstudierte Opernchor und die Deutsche Tanzkompanie, inzwischen unverzichtbar für die TOG, haben das Kulturerlebnis vollkommen gemacht. „Champagner hat’s verschuldet“, den Kater muss man erst mal choreografieren (Gaetano Posterino)! Das Loblied wäre unvollkommen ohne den Verweis auf die Werkstätten der Theater und Orchester GmbH, in denen die famose Ausstattung hergestellt wurde. Auch da ist jede Menge Leistungskraft vorhanden. Für das originelle Bühnen- und das Kostümbild zeichnete Darko Petrovic verantwortlich.
Regisseur Max Hoehn, nach dem Reiz der „Fledermaus“ gefragt“, antwortete: „Es geht um unser instinktives Bedürfnis nach Vergnügen, Spannung und Lachen.“ Und dieser Wunsch ist in seiner entstaubten Inszenierung auch nach anderthalb Jahrhunderten bestens bedient worden. Danke dafür gerade in diesen Zeiten!
Weitere Aufführungen am 6. und 19. April, jeweils um 19.30 Uhr, sowie am 28. April um 16 Uhr





