Andreas Krumme (links) und Max Odebrecht sind mit dem gefundenen Kompromiss zunächst zufrieden.
Nach längerer Diskussion mit dem Land sind zwei historische Gemälde wieder an ihre angestammten Plätze im ehemaligen Großherzoglichen Palais in Neustrelitz zurückgekehrt, wenn auch zunächst nicht als Originale, sondern als hochwertige Kopien. Die Originalgemälde befinden sich weiterhin im Landesbestand in Schwerin.
Während sich Schwerin hinsichtlich der aus dem ehemaligen Großherzoglichen Palais in Neustrelitz entnommenen Bilder (Strelitzius berichtete) mit gegenüber bislang nicht geäußert hat, gibt es wenige Tage vor Eröffnung des künftigen Schlosshotels Neustrelitz auch erfreuliche Nachrichten. Ein Makler aus dem Oldenburgischen hat sich bei Investor Andreas Krumme gemeldet und ihm die Schenkung eines maßstabsgetreuen Modells des Palais angeboten. Das habe er vor etlichen Jahren von einem brandenburgischen Antiquitätenhändler erworben.
Andreas Krumme ist auf die Schweriner Ministerialbürokratie nicht gut zu sprechen. Da schlägt zunächst zu Buche, dass sich die veranschlagten Kosten für Sanierung und Umbau des ehemaligen Großherzoglichen Palais in Neustrelitz zum Schlosshotel in den knapp vier Jahren der aufwändigen Arbeiten auf rund 16 Millionen Euro vervierfacht haben. Weiterhin ist von den in Aussicht gestellten Fördermitteln bis heute nicht ein Euro geflossen. Was dem Investor aber zuletzt widerfahren ist, kann er nur noch als „Schildbürgerstreich“ und „hanebüchen“ bezeichnen Und das ist noch zurückhaltend.
Das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege hatte im Zuge des Eigentümerwechsels die beiden 1915 eigens für das Palais geschaffenen großformatigen Gemälde „Frühling“ und Herbst“ aus dem Treppenhaus des Palais entfernt. Krumme war vom damaligen Leiter der Behörde Dr. Michael Bednorz zugesagt worden, die Bilder nach Abschluss der Arbeiten im Haus zurückzuerhalten. Davon ist aktuell, wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung des Schlosshotels Neustrelitz, nicht mehr die Rede.
Ministerium: Landeseigentum kann nicht ausgeliehen werden
„Dr. Bednorz hat hier offenbar eine nicht einhaltbare Aussage getroffen“, heißt es in einem Schreiben aus dem Kulturministerium an den Neustrelitzer Stadtpräsidenten Max Odebrecht, der sich zwischenzeitlich für die Rückgabe der Kunstwerke verwendet hatte. Die beiden Gemälde seien Landeseigentum und könnten nicht zur Hängung im Palais befristet oder dauerhaft ausgeliehen werden. Man könne über die Anfertigung von Reproduktionen sprechen. Wer diese bezahlt, darüber wird in dem Schreiben keine Aussage getroffen.
Stadtpräsident: Kampf gegen Windmühlen
„Man hat den Eindruck gegen Windmühlen zu kämpfen“, kommentiert Max Odebrecht das Schreiben. Natürlich sei die Eigentumsfrage klar. „Trotzdem verstehe ich nicht, warum man die Gemälde nicht als Dauerleihgabe an ihren ursprünglichen Hängeort zurückführen will. Ich befürchte, dass diese für Neustrelitz bedeutenden Werke nun auf unbestimmte Zeit in einem Archiv verschwinden, anstatt der Öffentlichkeit zugänglich zu sein“, so der Stadtpräsident gegenüber Strelitzius.
Bürgermeister Andreas Grund kann leider „zum Sachverhalt gar nichts sagen, denn ich kenne den Kaufvertrag zwischen Land M-V und Herrn Krumme nur in dem Punkt, der die Stadt betrifft. Bisher hatte ich nur mitbekommen, dass es keine finanzielle Unterstützung des Landes für die Restaurierung einiger Kunstgegenstände oder von Gebäudeteilen gegeben hätte – dafür aber reichlich Forderungen und Auflagen der oberen Denkmalpflege“, schreibt mit Andreas Grund auf Anfrage.
Offensichtlich hat das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz kein Problem damit, aus seinem Depot Bilder als Dauerleihgaben in die Verantwortung des Schlosshotels zu geben. So schmücken jetzt zwei Porträts, die in enger Beziehung zum Palais stehen, die Eingangshalle. Wofür Andreas Krumme überaus dankbar ist. Hingegen muss er zur Einweihungsfeier im Treppenhaus leere Wände präsentieren.
Behörde leitet Strelitzius-Fragen weiter
Ich habe mehrere Fragen an das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege gerichtet, die ich hier gern noch einmal aufliste:
Wo befinden sich die durch Ihre Behörde entnommenen Gemälde „Frühling“ und „Herbst“ derzeit?
Welche Pläne haben Sie hinsichtlich der Kunstwerke, die ja unzweifelhaft dem Mecklenburg-Strelitzer Kulturgut zuzuordnen sind und eigens für das Palais geschaffen wurden?
Ist die Information zutreffend, dass Sie die Bilder zu Gunsten der Landeskasse an Dritte veräußern wollen?
Was spricht dagegen, die Gemälde als Dauerleihgaben wieder an den angestammten Platz zurückzubringen, zumal die Rahmenbedingungen (Schutz, Öffentlichkeit etc.) jetzt optimal sind?
Wie kommentieren Sie, dass Herr Krumme bereits eine Zusage aus Ihrem Haus (Dr. Michael Bednorz) zur Rückführung der Bilder hatte?
Das Landesamt hat meine Anfrage an die Pressestelle des Kulturministeriums weitergeleitet. Sobald es eine Antwort gibt, ist die hier im Blog zu erfahren.
Kaum sind die Feiertage vorbei, da habe ich auch schon wieder den nächsten Videoclip meines Partners von der Schlosshotel-Baustelle in der Neustrelitzer Parkstraße im Nachrichteneingang. In vielen Bausteinen setzt sich die Inneneinrichtung des ehemaligen Großherzoglichen Palais wieder zusammen.
Kurz vor Ostern hat mich noch ein Video aus dem künftigen Schlosshotel Neustrelitz erreicht. Die Restaurantküche ist für die Bedürfnisse des Küchenchefs Thorsten Räth maßgeschneidert worden.
Zum Wochenende hat mich ein weiteres Video von der Baustelle Schlosshotel Neustrelitz erreicht. Das inzwischen 50. Filmchen, Hut ab vor dem emsigen Filmer. Wie sich die Räume im früheren Großherzoglichen Palais verändern zeigt sich sehr beeindruckend in einem kleinen Vorher-/Nachher-Vergleich.
Auf der Baustelle des künftigen Schlosshotels in der Neustrelitzer Parkhotels geht es jetzt Schlag auf Schlag. Schließlich soll im Frühsommer eröffnet werden. Eben hat mich ein Video meines schwer erkälteten Filmpartners – gute Besserung von hier aus – erreicht mit der tollen Nachricht, dass die wertvollen Böden des Großherzoglichen Palais nun in fast allen Räumen und Fluren kunstvoll wiederhergestellt sind.
Rechtzeitig zum Wochenende hat mich eine weitere Folge der bei meinen Lesern offensichtlich sehr beliebten Video-Serie zum Großherzoglichen Palais in Neustrelitz erreicht, das mit enormem Aufwand in ein Hotel der Spitzenklasse verwandelt wird. Und das ohne einen Cent Fördermittel! Das hatte sich mal so ganz anders angehört. Bei passender Gelegenheit mehr zu diesem höchst unerfreulichen Thema.
Viele schöne Dinge am Palais werden jetzt von den Handwerkern fertiggestellt. Im heutigen Filmchen aus Bielefeld drei Details, auf die Bauherr Andreas Krumme besonders stolz ist.
Der nächste Video-Clip von der Hotelbaustelle Großherzogliches Palais in Neustrelitz ist online. Die Arbeiten an den Säulen sind komplizierter als anfangs gedacht. Aber auch hier gilt, dass alles wieder in dem Glanz erstrahlen soll, wie es vor gut 100 Jahren von den damaligen Baumeistern angelegt worden ist.
41 Video-Folgen Hotelbaustelle Großherzogliches Palais in der Neustrelitzer Parkstraße sind inzwischen über meinen Blog veröffentlicht worden. Da bin ich gern der freundlichen Einladung zu einer exklusiven Führung gefolgt und habe mich anschließend auch schwer begeistert vor die Kamera des emsigen Filmers gestellt. Oben im Video Nummer 42 meine Eindrücke.