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Geil gespielt: Lisa Scheibner (Känguru), Dirk Schmidt (Souffleur), Robert Will (Kleinkünstler, von links). Foto: Birgit Kaulfuß

Unsere Theater und Orchester GmbH führt aktuell eine Publikumsbefragung durch, der sich auch die Holde und meine Wenigkeit heute Abend vor der Aufführung der „Känguru-Chroniken“ von Marc Uwe Kling am Landestheater gestellt haben. Bei der Frage nach dem schönsten und nach dem schlimmsten Theatererlebnis musste ich allerdings passen. Trotz meiner Vergangenheit als Journalist in Berlin bin ich auch in Neustrelitz, also hier auf dem flachen Land, als Theatergänger nun schon knapp drei Jahrzehnte verwöhnt worden. Also, kein wirklicher Reinfall war aufzulisten, und positive Erlebnisse hat es so viele gegeben, dass ich auch keine Entscheidung treffen konnte. Entschuldigung also, dass beide Fragen unbeantwortet blieben.

Zurück zu den „Känguru-Chroniken“, auf die ich mächtig gespannt war. Erfolgsliteratur, auch schon verfilmt, für die Bühne adaptieren, das will gekonnt sein. Eike Hannemann hat für die TOG Regie bei dem Hör-Theaterstück geführt und ihre Sache geil gemacht, um mal in den Sprech der Vorlage zu verfallen. Die Akteure sind Robert Will als Kleinkünstler, Lisa Scheibner als Känguru und Dirk Schmidt in gleich acht Rollen. Starke Leistung allesamt. Und unbedingt zu erwähnen Stefanie Esser (Dramaturgie), Birgit Stoessel (Bühne, Kostüme, Videoanimation) und Matthias Herrmann (Sounddesign, musikalische Einstudierung). Zitat Eike Hannemann: „Das Känguru kann uns nicht die Welt erklären. Allerdings glaube ich schon, dass es uns allen guttut, die eigenen Dogmen zu hinterfragen und uns nicht immer ernst zu nehmen, auch wenn die Lage übel ist.“

Recht hat sie, und das macht das originelle Stück so wertvoll. Ich bin diesmal „betriebsbedingt“ spät dran, möchte aber trotzdem noch eine Lanze brechen für die „Känguru-Chroniken“, die bereits am 12. Oktober vergangenen Jahres am Schauspielhaus Neubrandenburg Premiere hatten. Gut, dass wir sie auch in der Residenzstadt erleben dürfen. Junges Theater für junge Leute ebenso wie für die reiferen Jahrgänge.

Am 9. April um 10 Uhr kehrt das Live-Hörspiel zunächst noch einmal in die Viertorestadt zurück. Am 23. April gibt es um 9 und um 11.30 Uhr am Landestheater Neustrelitz gleich zwei Vorstellungen, bevor es am 3. Mai um 19.30 Uhr an selber Stelle noch eine letzte Aufführung für diese Spielzeit gibt. Einer der ins Publikum geworfenen Aufkleber mit der zeitkritischen Aufschrift „Scheissverein“ ist auch auf meinem Schoß gelandet. Ich finde mit Sicherheit eine Stelle, wo ich ihn platziere.