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Ich weiß ja nicht, wie es euch geht. Mir jedenfalls tropft gewaltig der Zahn, wenn ich dieser Wintertage durch die Gemüseabteilungen unserer Supermärkte streife. Kohl in allen seinen Herrlichkeiten macht Lust auf Heimholung. Meiner Holden geht es offenbar ebenso. „Kannst du nicht mal was mit Rosenkohl machen“, insistierte die Zierde meines Heimes dieser Tage.

Ihr Wunsch ist mir in der Regel so gut wie Befehl. Zum Glück kennt unsereins ja Rosenkohl und schleppt nicht beim Einkauf in Neustrelitz stattdessen Avocados nach Hause, die sich bei Aldi in Rudow im ansonsten geleerten Rosenkohl-Karton tummelten. Immerhin, andere Menschen sind dem Gemüse offenbar auch verfallen.

Eine Adresse weiter bei Netto am Sandberg liegt dann Rosenkohl unter Rosenkohl. 750 genetzte Gramm in den Wagen und dankbare Grüße von hier nach Heise in Niedersachsen, wo der appetitliche Kreuzblütler angebaut worden ist. Alle anderen Zutaten fanden sich bereits in heimischer Kühlung und Speisekammer: 500 Gramm Rinderhack, eine Zwiebel, drei Zehen Knoblauch, Cheddar zum Hobeln, 100 Gramm Butter und ein paar Stängel Petersilie.

Die Zwiebel würfeln und in der Butter glasig anschwitzen. Das Fleisch dazugeben und krümelig anbraten, bis es eine verlockende braune Farbe bekommt. Jetzt den geputzten und halbierten Kohl sowie die feingehackten Knobizehen in die Pfanne bringen, kräftig salzen, pfeffern und mit einer Prise Zucker sowie Muskat verfeinern. Deckel auf die Pfanne und bei mäßiger Hitze zehn Minuten garen. Immer mal durchrühren.

Mit 100 Millilitern Wasser ablöschen, Temperatur auf maximal und ca. drei Minuten ohne Deckel kochen lassen, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Dabei immer wieder ordentlich durchrühren. Das Gericht mit feingehackter Petersilie und dem gehobelten Cheddar auf den Tisch bringen. Ein paar Spritzer Worcestersauce sind auf keinen Fall verkehrt.

Wenn die Röschen noch zwischen den Zähnen schnurpsen, habt Ihr alles richtig gemacht. Meine Gedanken kreisen inzwischen um Spitzkohl und Chicorée…