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Bauen, Geschichte, Mecklenburg-Strelitz, Medien, Neustrelitz

Am 28. März steht in Aussicht, dass nach quälendem Hin und Her die Stadtvertretung Neustrelitz endlich den Beirat für den Schlossberg aus der Taufe hebt (Strelitzius berichtete). Das Gremium wird sich unter anderem der Kardinalfrage zu widmen haben, ob der Schlossturm in originaler Fassade wieder aufgebaut wird oder die Residenzstadt an gleicher Stelle ein abgespecktes Erinnerungsbauwerk erhält. Bei beiden Varianten gibt es Befürworter und folglich Gegner.
Immerhin hat das Land, für viele überraschend, sieben Millionen Euro für Bauarbeiten auf dem Schlossberg in Aussicht gestellt. Der NDR hat Jürgen Haase vom Residenzschlossverein, den Neustrelitzer Architekten Christian Peters und Holger Wilfarth zu Wort kommen lassen, der das Schloss derzeit digital wiederauferstehen lässt. Hier der Bericht:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/Der-Turmbau-von-Neustrelitz,nordmagazin60854.html
Nur die originalgetreue Außengestaltung des Turms ist eine Option und kann sich nahtlos in das vorhandene Ensemble einfügen und dem Ensemble einen Sinn geben. Wie kann ein schlicht gehaltener/vereinfachter Turm der „Kopf“ vom Ganzen sein wollen und als „Chef“ allen anderen Gebäuden eine Funktion und einen Sinn geben, wenn diese von der äußerlichen Gestaltung den Turm überstrahlen. Der „Kopf/Chef“ hat eher die anderen zu überstrahlen und den Blick auf sich zu ziehen. Der außen originalgetreu gebaute Turm erhebt auch keinen Anspruch darauf, dass alte Schloss selbst zu sein, da eine innere Gestaltung und Nutzung nichts mit dem alten Turm zu tun haben muss und hier eine neue und zeitgemäße Lösung gefunden werden sollte. Der Ausspruch des Architekten Peters zu einer 1:1-Kopie/Mogelpackung und einer historischen Echtheit, die versprochen wird und nicht eingelöst wird disqualifiziert sich selbst, denn dann müßte er auch bei den Schlosswiederaufbauten in Potsdam, Berlin, Erfurt und Hannover von Mogelpackungen sprechen. Ja selbst die Frauenkirche wäre eine Mogelpackung erster Güte, da diese nicht nur außen sondern auch innen 1:1 wieder aufgebaut wurde und die damalig ursprünglich verwendeten Baustoffe (Sandstein) wieder verbaut wurden. Doch so weit müssen wir nicht gehen. Herr Peters betreut das Bauobjekt „Altes Krankenhaus“ in Ntz..Das historische Gebäude (Luisenstift) wird mit historischer Fassade ausgestattet, ok. Doch auch der zu DDR-Zeiten angebaute Teil der ehem. Poliklinik erhält diese historische Fassade! Wie kann das mit der Logik des Herrn Architekten überein kommen (großes Fragezeichen)? Die Antwort ist aus meiner Sicht ganz einfach. Der Architekt Peters sieht hier wohl die Möglichkeit, sich auf dem Schlossberg ein Denkmal zu setzen und dieses wird durch das Land auch noch gut entlohnt. Ja das Land spielt hier auch munter mit. Herr Brodkorb (SPD/ursprünglich für die Zuschüttung des Schlosskellers) wollte ja mit unserem oft untätigen Bürgermeister Grund (Theaterdekradierung abgenickt, Tanzkompanieschließung zugestimmt, Schlosskellerzuschüttzung bei Brodkorb abgenickt, er wollte über die Bebauung auf dem Schlossberg erst in 3 Jahren“mal reden“-> ist klar, da ist seine Amtszeit auch zu ende und keiner stört seine Ruhe am Markt 1), der rechten Hand des Finanzministers Brodkorb in Ntz. namens Körner ( SPD/im Februar 2018 wollte er den Schlosskeller noch zuschütten,seit Oktober 2018 ist er plötzlich zum Turmbauer mutiert) und auch Herr Peters selbst wollten den Turmverein gründen. Tja, damit dürften Sichtweisen und Vorstellungen für die Gestaltung des Schlossbergs bei diesen Herren eindeutig klar sein. Es hat zusammen gefunden, was zusammen gehört, man hat sich wahrlich verdient!