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Die Hanseatische Eisenbahn sorgt für den Zugverkehr zwischen Neustrelitz und Mirow, wo die Gleise (noch) enden.

Auf der stillgelegten Bahnverbindung zwischen Wittstock und Mirow könnten künftig wieder Züge verkehren. Die Strecke ist in der sogenannten Reaktivierungsliste enthalten, die der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) jetzt im Auftrag der Bundesregierung erstellt hat. Sie enthält bundesweit rund 160 Strecken und sei vor wenigen Tagen fertiggestellt worden, berichtet Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr im VDV, in der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Die Liste soll voraussichtlich im März öffentlich vorgestellt werden.

Der Bund prüfe dann, welche der Strecken tatsächlich wiederbelebt werden sollen. Die Bundesregierung wolle Transporte verstärkt auf die Schiene verlegen, um sie klimafreundlicher zu ermöglichen. Zudem seien die Kapazitäten auf der Straße vor allem in Ballungsgebieten erschöpft. Und: „Der Bund will Strecken haben, die ein Grundgerüst der Versorgung im ländlichen Raum bilden“, so Henke

Aus seiner Sicht gibt es aber noch eine Reihe weiterer Gründe, die eine Wiederbelebung dieser Bahnstrecke rechtfertigten: der erhebliche Güterverkehr in Richtung der Firma Swiss Krono in Heilgengrabe, die seit der Einstellung des Personenverkehrs vor rund 20 Jahren erheblich verbesserten Anschlüsse in Wittstock Richtung Wittenberge und Berlin sowie die ebenfalls in die Liste aufgenommene Strecke Wittenberge-Dannenberg Ost mit Potenzial zur Durchbindung von Güterverkehr in Richtung Seehäfen.

Möglicherweise komme noch eine Funktion für Militärtransporte hinzu, da die Europäische Union (EU) in Absprache mit der Nato bestrebt sei, die Kapazitäten des Eisenbahngüterverkehrs von Norddeutschland Richtung Baltikum zu stärken. Vor diesem Hintergrund ist denkbar, dass sich die EU an der Finanzierung der Wiederbelebung der Strecke beteiligen könnte. Hinzu komme, dass sich die Strecke mit geringem finanziellen Aufwand wieder beleben ließe und sie eine „hohe Netzwirkung“ für die Region hätte.

All das lässt Martin Henke der Verbindung insgesamt gute Aussichten auf Wiederbelebung bescheinigen. „Ich sehe sie im Mittelfeld. Es gibt Strecken in der Liste, die schlechtere Chancen haben.“ Er rechne im Fall des Falles frühestens 2025 mit einer Realisierung. Die Bahnlinie war auf Initiative der Landesarbeitsgemeinschaft Mobilität im Berliner Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen in die Liste aufgenommen worden. Deren Sprecher Matthias Dittmer sieht die Bahnlinie auch in Hinblick auf das jährlich rund 80 000 Besucher anziehende Fusion Festival in Lärz „als Lösung aller Probleme“ an.

Der Damm, die Gleise wurden bereits vor Jahren demontiert, ist im Zusammenhang mit einem geplanten Radweg zwischen Mirow und Wittstock seit geraumer Zeit im Gespräch. Außerdem tangiert er Bundesstraßenbaupläne.