Seit einigen Jahren bin ich stolzer Besitzer eines Dampfgarers und der Hackbraten läuft darin regelmäßig zu großer Form auf. Mehr noch, ich werde immer wieder zu Experimenten angeregt. Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Probiert doch mal, eine kleingeschnittene Paprikaschote in der Fleischmasse unterzubringen. Ich hatte zuletzt Pilze im Braten, aber das mit der Paprika war auch lecker. Und natürlich gehört eine selbstgemachte Tomatensauce zum Hackbraten. Auch da war ich diesmal kreativ und habe zwei gestiftelte Petersilienwurzeln statt des zuletzt verwendeten Stangenselleries hineingegeben. Bei Tisch kam echt Begeisterung auf, da könnt Ihr meine Holde fragen.
Aber der Reihe nach. 500 Gramm Rinderhack mit vier Esslöffeln Semmelmehl, zwei Eiern, einer kleingeschnittenen roten Paprika, einer gehackten Zwiebel, drei gehackten Knobizehen, 150 Gramm geriebenen Parmesans, einem Bund gehackter Petersilie, 75 Gramm Schinkenwürfeln und etwas Milch verkneten. Einen Esslöffel milden Senf und einen Esslöffel Tomatenmark zugeben, außerdem gehören nach Belieben Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Thymian, Oregano, Rosmarin und zweierlei Paprikapulver (edelsüß und scharf) in die Masse. Die kommt in eine Kastenform, wird glattgestrichen und wandert auf Roststufe 2 für eine Stunde in den Dampfgarer.
Nun ganz entspannt an die Sauce gehen: Zwei Petersilienwurzeln in dünne Stifte und zwei Zwiebeln in dünne Scheiben schneiden und in drei Esslöffeln Olivenöl glasig andünsten. Drei Knobizehen dazudrücken. Dann 400 Gramm gehackte Tomaten aus der Dose und 150 Gramm getrocknete Tomaten in Öl, kleingehackt und abgetropft, mit in die Pfanne. Drei Esslöffel Tomatenmark und ein Esslöffel brauner Rohrzucker sowie ein Viertelliter Weißwein komplettieren die Mixtur. Salz und Pfeffer drüber, und nach zehn Minuten Köchelns unter Deckel haben wir eine gehaltvolle Sauce, die auch als Beilage durchgeht.
Den Hackbraten in Scheiben schneiden, ein bisschen Balancierkunst ist gefragt, denn das Fleisch ist sehr fluffig und zerfällt leicht. Mit der Sauce anrichten. Ich habe mir noch einen Klacks Reismischung gegönnt und war so was von zufrieden mit mir und der Welt. Guten Hunger!



Ein Restaurant bot mal gefüllte Rindsrouladen an. Wer das jetzt liest, wird ein gewisses Bild vor Augen haben. Und das ist ein gutes Bild. Allerdings stand auf der Speisekarte dann noch etwas von vakuumiert und im Wasserbad gegart, was nun gar nicht dem tollen Bild entsprach, was wir alle kurz vor Augen hatten. Vor allem: Wo sollte da eine leckere Soße herkommen?
An dieses – zugegeben etwas extreme – Gericht fühlte ich mich erinnert, als ich eben las, dass du den Hackbraten im Dampfgarer zubereitet hast. Die Bilder und deine Beschreibung sprechen dafür, dass zum Schluss was Leckeres bei rausgekommen ist (du hast zumindestens kein Soßenprobelem). 😉 Aber ehrlich, die Kombination aus Dampfgarer und Hack-Braten(!) wäre mir so nicht eingefallen.
Gefühlt stammt ja der Hackbraten (klassisch) von der Bulette ab. Die Herkunft des obigen klingt eher nach einer Abstammungslinie von den Königsberger Klopsen. 😉 Aber das sind ja auch Cousins und Cousinen von den Buletten.