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Ein verschollen geglaubtes Bild des Neustrelitzer Malers Gerd Gombert (1935 bis 1993) hängt jetzt als Leihgabe im Restaurant „Wildhof“ der Residenzstadt. Darüber informiert der Besitzer des umfänglich sanierten Hauses am Neustrelitzer Tiergarten, Andreas Krumme, von der AGS GmbH & Co. KG in Bielefeld bei Facebook. Das Gemälde „Der Harzer“ sei ihm im Juni angeboten worden. Es zeigt einen für die DDR-Zeit typischen Forstarbeiter, der durch das Einritzen der Kiefernrinde Harz gewinnt, welches für die Produktion von Kunststoff verwendet wurde

Andreas Krumme hat auch die Geschichte des Bildes parat. Es sei 1989 vom  damaligen Forstwirtschaftsbetrieb Neustrelitz bei Gombert für ein Honorar von 4000 DDR-Mark in Auftrag gegeben worden, um damit die Räume der „Staatsjagd“ in Serrahn zu schmücken. Kurz nach der Auslieferung des Bildes an den Forstbetrieb Neustrelitz kam die „Wende“, und das Bild konnte den vorgesehenen Platz nicht mehr einnehmen. Es verschwand im Heizungskeller und sollte als ungeliebtes Werk des DDR-Regimes verbrannt werden.

Im Juni 1990 entdeckte die damalige Sekretärin des Forstbetriebes das Gemälde. Sie erkannte die künstlerische Qualität und rettete das Bild, indem sie es mit nach Hause nahm. Insgesamt 28 Jahre war es in ihrem Besitz und überstand drei Umzüge. Die letzten zwölf Jahre hing es in ihrer Wohnung in Zingst auf dem Darß. „Da jetzt wiederum ein Umzug in eine kleinere Wohnung anstand, in der das Bild keinen Platz gefunden hätte, wurde es uns angeboten, und so kam es fast drei Jahrzehnte nach der Entstehung fast wieder an seinen Ursprungsort zurück“, berichtet Krumme. Nun sei es öffentlich zugänglich.