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Das könnte auch den in Groß Nemerow zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg angesiedelten Golfclub Mecklenburg-Strelitz interessieren: Es war eine aus Mecklenburg-Strelitz stammende Prinzessin, die 1906 den ersten Golfclub auf dem Balkan aus der Taufe gehoben hat. Die per Heirat montenegrinische Kronprinzessin Jutta, in ihrer neuen Heimat nach Übertritt zum orthodoxen Glauben Militza oder Milica genannt, hatte dann auch die Ehre, in der alten Hauptstadt Cetinje im Beisein vieler hier akkreditierter Diplomaten am 20. Juni 1906 den ersten Schlag auszuführen.

Meine Blogfreundin Dr. Neda Donat hat mir dieser Tage reichlich Material dazu zukommen lassen. Danach war die Kronprinzessin ihrer Zeit weit voraus. In anderen Städten auf dem Balkan wurden Golfclubs erst zwanzig oder dreißig Jahre später gegründet, so in Zagreb im Jahr 1927, in Belgrad 1936, im slowenischen Bled erst 1938.

2016 hat der Golfclub im montenegrinischen Küstenort Tivat, bislang einziger im Land, die Tradition wieder aufleben lassen. Und der Club hat sich nicht zufällig den Namen Militzas gegeben. Er ist vielleicht der einzige seiner Art in der Welt, der den Namen einer Frau trägt, mutmaßt Germanistin Neda Donat. Als jetzt bekannt wurde, dass die Memoiren Juttas verlegt werden sollen (Strelitzius berichtete), haben sich die Sportler aus Tivat sofort gemeldet. Sie tragen nicht nur den Namen der gebürtigen Mecklenburg-Strelitzerin, sondern auf ihren Shirts nach dem historischen Foto oben auch die Konturen der Adligen.

Jedes Jahr wird zu Ehren der Fürstin ein Turnier unter dem Namen Memorijal Knjaginje Milice organisiert, im Rahmen dessen die internationalen Montenegro Open und die nationalen Montenegro Championships stattfinden. Noch müssen die Sportler aus Tivat dazu in Nachbarstaaten ausweichen, da ihre an der malerischen Lustica Bay gelegene Anlage bis 2020 für solche Wettkämpfe erst noch abschnittsweise entwickelt wird. Aber die Tradition ist wieder aufgenommen und wird rührend gepflegt. Vielleicht adoptieren ja die Groß Nemerower nachträglich Prinzessin Jutta von Mecklenburg-Strelitz in ihrem Vereinsnamen. Verdient hätte unsere Landestochter es mit Sicherheit.

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