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Denkmalschutz, Geschichte, Hohenzieritz, Müll, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Vereine

Seit der von der Stiftung Mecklenburg durchgeführten Tagung zur Gestaltung des Areals auf dem Schlossberg ist das öffentliche Interesse größer denn je. Der zeitgleich ins Netz gestellte Film über den Zustand der Kellergewölbe des ehemaligen Residenzschlosses hat inzwischen weit über 1000 Klicks auf YouTube eingefahren. Selbst Bürger, die sich nicht mit den Zielen der Schlossfreunde identifizieren, zeigen sich bestürzt von den offenkundig über die Jahrzehnte in den Untergrund gelangten Müllmengen.
Die spannende Frage ist bislang nicht beantwortet. Wollte das Land unter dem Deckmantel einer „denkmalpflegerischen Konservierung“ diese Hinterlassenschaften einfach zukippen? Eine Auskunft darf der Bürger in einer Demokratie wohl noch fordern. Auch Landrat Heiko Kärger (CDU) ist von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bislang keiner Antwort gewürdigt worden.
Bei der von der Teilnehmerliste her breit gefächerten und von der Stiftung Mecklenburg exzellent organisierten Schlossbergkonferenz mit weit über 200 Bürgern am 29. Januar glänzte eigentlich nur einer mit Abwesenheit, der dringend vermisst wurde: das ebenfalls eigeladene Land. Rechts von der A 19 hört Mecklenburg-Vorpommern für einige Schweriner Machtpolitiker offenbar auf, um es mal richtig böse aufzuschreiben.
Jetzt hat sich der Vorsitzende des Vereins Kulturgut Mecklenburg-Strelitz, Dr. Rajko Lippert, in Briefen an den Bürgerbauftragten des Landes Matthias Crone, den Betrieb für Bau und Liegenschaften und das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege gewandt und um Auskunft und Stellungnahme gebeten. „Es ist unsere Ansicht, dass die interessierte Öffentlichkeit ein Recht hat, über die Pläne, die Abläufe und den tatsächlich geplanten Beginn von Bauarbeiten auf den Neustrelitzer Schlossberg informiert zu werden“, so Lippert gegenüber dem Strelitzius Blog. Schließlich handele es sich um Eigentum der öffentlichen Hand. Die Briefe liegen mir vor.
Insbesondere interessiere, wann die Beräumung des Sondermülls aus dem Keller – Chemikalien, Räder, Elektroschrott, vielleicht auch wieder Quecksilber wie im eigens geschaffenen und von Fledermäusen offenbar noch nicht entdeckten „Fledermausquartier“ – beginnen soll und wie die zur umstrittenen Verschüttung geplanten Räume davor untersucht und dokumentiert werden. Da es völlig unwägbar sei, was man da alles zutage fördere, sei es völlig unverständlich, dass immer frühere Termine der umstrittenen Verschüttung der über 40 Räume genannt werden, so Lippert. Zuletzt war von Februar 2018 die Rede…
Besucherzahlen in Hohenzieritz brechen dramatisch ein
Im Schreiben Lipperts an den Bürgerbeauftragten dreht es sich auch noch einmal um das Thema Hohenzieritz. „Wir sehen unsere Absprachen mit dem Minister vom letzten Jahr gefährdet, wenn trotz dramatischem Einbruch der Besucherzahlen und ohne Durchführung und Auswertung der zugesicherten Besucherbefragung geschrieben wird, ‚Die neue Luise gefällt‘, und gleichzeitig eine Stellenstreichung vorgenommen wird“, erläuterte der Vereinsvorsitzende. Lippert hatte sich in Sachen Louisengedenkstätte im April 2017 schon einmal an Matthias Crone gewandt (Strelitzius berichtete). Einhalt konnte Schwerin seinerzeit bei der „Herrichtung“ des einstigen Besuchermagneten nicht geboten werden.