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Seit zwei Jahrzehnten habe ich die Freude, die Weihnachtskonzerte des Ensembles Carolinum zu besuchen und darüber zu berichten. Die 20. Auflage am Mittwochabend in der wie immer bis auf den letzten Platz gefüllten Aula des Neustrelitzer Gymnasiums hat mich einmal mehr darin bestärkt, dass mein Jahr ohne dieses festliche musikalische Finale um einiges ärmer wäre. Anders gesagt, ich möchte keines der zwanzig Gala-Konzerte in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten versäumt haben. Auch wenn der Programmablauf zwischen „Joy to the World“ und „Feliz Navidad“ alle Jahre so gut wie gleich ist, sind es die immer wieder neuen jungen Künstler, die den Dauergast beglücken. Tradition ist ohnehin ein wertvolles Gut in unserer rasenden Zeit.

Ensembleleiter Reinhard Gust hat mir verraten, dass es in diesem Jahr besonders hart war, die gewohnte Qualität der Konzerte zu erreichen. Zu groß war der abiturbedingte Aderlass bei Sängern wie Instrumentalisten, und so blieb die Zahl der neu ins Repertoire aufgenommenen Titel unter den Wünschen des Maestros. Da soll im bevorstehenden Chorlager in Verchen noch einiges nachgeholt werden, denn im Frühjahr geht das Ensemble mit 70 seiner rund 120 gestern erlebten Mitgliedern auf Italien-Tournee. 35 neue Schüler galt es diesmal zu integrieren. Anlässlich seines Jubiläumskonzertes wurde der Chef der Truppe von Schulleiter Henry Tesch mit den Attributen „kreativ, verrückt und mit vollem Einsatz“ bedacht.

Nach Abschluss der diesjährigen weihnachtlichen Konzertserie werden rund 2000 Menschen das Ensemble Carolinum erlebt haben. Viele der Gesangssolisten waren bei aller Vielfarbigkeit der schönen Stimmen qualitativ dicht beieinander. Ausdrücklich hervorheben möchte ich Muriel Vater, die mit ihrer Stimmgewalt bei „Wonderful Dream“ den Chor förmlich an die Wand gesungen und den Saal zum Kochen gebracht hat. Meines Erachtens war es erstmalig in der langen Geschichte der Weihnachtskonzerte, dass mitten im Programm eine Zugabe gefordert und geboten wurde.

Gastschüler aus fünf Ländern auf die Bühne gebeten

Sehr gefallen hat mir zudem die charmante Moderation von Hedy Keller und Sophie Krüger, die nicht nur gesanglich, sondern auch rezitatorisch gesegnet sind. Nur beim direkten Ansprechen des Publikums verteile ich ein Minus, hier sollten bis zum 21. Konzert mal ein paar neue Zeilen formuliert werden. Moderatorentexte fallen nicht unter Tradition.

Die Freude, das großartige Weihnachtskonzert zu erleben, hatten auch wieder Gastschüler. Sie kamen in diesem Jahr aus Costa Rica, Argentinien, Norwegen, den USA und Thailand. Die jungen Leute wurden unter viel Beifall auf die Bühne gebeten und mit einer Weihnachtstüte bedacht. Blumen gab es für eine sichtlich gerührte Karin Tietz, die gute Seele des Erfolgsprojektes Schülersozialdienste in der Carolinum-Mensa. Mit stehenden Ovationen verabschiedete das begeisterte Publikum das Ensemble des Gymnasiums. Frohe Weihnachten von Strelitzius an alle Mitwirkenden und Dank für einen wie immer bezaubernden Abend.