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Jugend, Kinder, Kriminalität, Landkreis, Mecklenburgische Seenplatte
Im ersten Halbjahr 2016 sind in Mecklenburg-Vorpommern 357 Fälle von sexueller Gewalt bekannt geworden, darunter 142 betroffene Mädchen und 27 betroffene Jungen. Diese Zahlen nannte Lena Melle von der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt Rostock beim Fachtag „Wenn die Seele bricht…- sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen“ in dieser Woche in Neuendorf. Jedoch kommen laut einer Dunkelfeldstudie des Landeskriminalamtes M-V, der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege Güstrow und der Universität Greifswald nur 1,1 Prozent der Taten im Bereich Sexualstraftaten zur Anzeige, wodurch sich ein Dunkelfeld von 98,9 Prozent ergebe. „Diese Fakten machen auch deutlich, wie viel noch unternommen werden muss, um Kindern und Jugendlichen helfen und sie schützen zu können“, betonte die stellvertretende Jugendamtsleiterin der Mecklenburgischen Seenplatte Marion Schild in einer Pressemitteilung..
Der vom Landkreis unter Federführung des Jugendamtes gemeinsam mit der Bündnis Kinderschutz – Start gGmbH sowie mit Unterstützung des Präventionsrates für Kriminalitätsvorbeugung des Landkreises ausgerichtete Fachtag (Strelitzius berichtete) hatte mit rund 100 Teilnehmern eine große Resonanz gefunden, die sich mit dem sensiblen Thema auseinandersetzten, sich weiterbildeten und ihren fachlichen Horizont erweiterten. Deshalb soll es im kommenden Jahr eine Folgeveranstaltung geben.
Theaterprojekt hilft Kindern Grenzen zu ziehen
Dr. Martina Trümper, Referentin für Bildung für nachhaltige Entwicklung, Gleichstellung und Gewaltprävention, zeigte anhand des Theaterprojektes „Trau Dich“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, wie Kindern der Umgang mit schwierigen Situationen nahegebracht werden kann und wie sie selbst ihre eigenen Grenzen ziehen können.
Am Nachmittag konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem der fünf Fachforen beispielsweise über die Verdachtsabklärung und das Ermittlungsverfahren nach Anzeige von einer Sexualstraftat informieren, aber auch an konkreten Fallbeispielen üben, wie sie mit Verdachtsfällen umzugehen haben.