
Schon beim Auflaufen war den TSG-Spielern (links) die Entschlossenheit anzusehen, es heute besser zu machen.
An den Anfang ist zu stellen, dass die Regionalligisten der TSG Neustrelitz heute ihr wohl bestes Spiel der bisherigen Saison abgeliefert haben. An Tragik kaum zu überbieten, dass sie am Ende mit dem 3:4 (1:1) im Parkstadion gegen Wacker Nordhausen wieder nicht belohnt wurden. Zwei eklatante Fehler von Torsteher Christopher Hanf, der kurzfristig für den an Grippe erkrankten Sven Lissek einspringen musste, kosteten das aufopferungsvoll kämpfende Neustrelitzer Team zumindest einen Punkt, wenn nicht drei Zähler. Das Interimstrainergespann Andreas Kavelmann/Volker Piekarski hat in dieser Woche einen guten Job gemacht und die Mannschaft super vorbereitet.

Hat zwei Tore für die Neustrelitzer gemacht: Philip Schulz. Foto: TSG
Hanf, eigentlich die etatmäßige Nummer 1 im Kader, hatte die letzten Spieltage wegen schwacher Leistungen auf der Bank gebracht. Leider konnte der Schlussmann auch heute nicht vom Gegenteil überzeugen. Das 1:1, die TSG war zum ersten Mal in dieser Spielzeit in Führung gegangen, und das 3:4 in der Nachspielzeit gingen auf die Kappe des Keepers.
Philip Schulz hatte in der 26. Minute unter dem unbeschreiblichen Jubel der rund 550 wie von einem Albdruck befreiten Zuschauer die Residenzstadtkicker in Front geschossen. In der 32. Minute rutscht Hanf ein an sich harmloser Ball durch die Hände, Ausgleich durch Wacker Nordhausen. Die legen in der 50. Minute aus einem Gewühl im Strafraum heraus nach. In der 55. Minute ist es wieder Schulz, der einen Foulelfmeter für die Neustrelitzer unhaltbar verwandelt. Fünf Minuten später bleibt nach einem Eckstoß der Gäste der lange Pfosten sträflich ungedeckt, und Wacker ist wieder in Front.
Neustrelitzer Kicker mit Tränen der Enttäuschung in den Augen

Trost für Milan Senic, Schütze des 3:3.
Aber die Gastgeber bäumen sich auf, machen sehr viel Druck in der Schlussoffensive, und der eingewechselte Milan Senic trifft mit einem Volleyschuss in den Dreiangel. Als sich alle auf wenigstens einen Punkt freuten, der mehr als verdient gewesen wäre, beinahe noch der Siegtreffer in der 90. Minute für die Platzherren gefallen wäre, hatte Hanf nach zwischenzeitlich zwei guten Paraden wieder einen Aussetzer. Am Ende wollten einige TSG-Spieler vor Enttäuschung gar nicht mehr vom Rasen aufstehen und hatten Tränen in den Augen.
Das traditionelle Schlusswort habe ich heute Sponsor Jörg Ullbrich gelassen: „Die Moral unserer Jungs war super, die Steigerung ist klar erkennbar. Wir haben mit einem Gegner auf Augenhöhe gespielt, der über das Dreifache an Budget verfügt. Auch ein Torwart kann dafür sorgen, das ein Spiel verloren geht. Das haben wir wirklich nicht verdient.“
Am kommenden Freitag, dem 11. November, ist die TSG Neustrelitz wieder im Landespokal gefordert. Sie tritt um 19 Uhr beim Verbandsligisten MSV Pampow an. In der Regionalliga geht es am Sonntag, dem 20. November, weiter. Gegner der TSG Neustrelitz ist auswärts der FC Oberlausitz.