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commerzbankMit einem Jubiläumstag und einer Ausstellung begeht die Commerzbank in Neustrelitz am kommenden Donnerstag, den 6. Oktober, von 10 bis 18 Uhr, im Bankgebäude am Markt 10 ihr 25-jähriges Bestehen in der Residenzstadt. Man muss die Geburtstage feiern, wie sie fallen.

Strelitzius hatte mit Mathias Paulokat Kontakt, Sprecher der Commerzbank AG in Berlin. Der war auf meinen „liebevoll gepflegten Blog“, mit dem „bemerkenswert für die Information der Region gesorgt wird“, aufmerksam geworden. Vielen Dank an dieser Stelle für die Blumen! Natürlich habe ich den Sprecher gefragt, was die aktuellen Entwicklungen bei der Commerzbank für die Filiale in Neustrelitz bedeuten. Immerhin ist vom Vorstand eben dem Aufsichtsrat vorgeschlagen worden, bei Deutschlands zweitgrößter Bank in den kommenden Jahren 9600 der 45 000 Vollzeitstellen zu streichen. Da dürfte die Stimmung auf der Party in der nächsten Woche vielleicht doch etwas gedämpft ausfallen, selbst wenn die Bank zugleich plant, 2300 neue Stellen „in Wachstumsfeldern“ zu schaffen.

„Fest steht, dass mit den aktuellen Planungen kein Rückzug aus der Fläche verbunden ist“, so Paulokat. „Im Gegenteil: Die Commerzbank investiert in ihr Filialnetz. Filialen sind Teil unserer Wachstumsstrategie im Privatkundengeschäft.“ Diese Aussage gelte „unbefristet und ohne Einschränkungen“.

Mit einer Million Mark im Trabi unterwegs

Paulokat hat eine kleine Geschichte seines Bankhauses in Neustrelitz zusammengetragen. Zu der gehört auch Klaus-Peter Müller. Der spätere Vorstandschef und heutige Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank war vor einem Vierteljahrhundert als Leiter der „Zentralen Abteilung zur Vorbereitung des DDR-Geschäfts“ verantwortlich für den Aufbau der Commerzbank in den neuen Ländern.

„Innerhalb weniger Monate mussten wir Filialen in allen größeren Städten der DDR aufbauen und dafür mehr als 1000 Mitarbeiter finden“, wird Müller zitiert. Das tägliche Geschäft mutete damals oft abenteuerlich an. Mit dem Trabant fuhr Müller beispielsweise zur Zweigstelle der Bundesbank in Gera. Gegen Vorlage seines Personalausweises und einer Visitenkarte erhielt er eine Million Mark, die er dann im Auto zur Filiale brachte. „Ich habe mich in dem Trabi sicherer gefühlt als in jedem Mercedes, weil ja niemand darauf gekommen wäre, dass wir in diesem Auto eine Million Mark dabei haben“, erinnert sich Müller.

Commerzbank eröffnete in einem Container

Ohne ostdeutschen Partner, fing die Commerzbank damals bei Null an, baute Filialen in sogenannten Container-Pavillons auf oder fuhr mit Bankbussen in den Städten vor; so auch in Neustrelitz. Hier eröffnete die Bank am 21. August 1991 in der Gutenbergstraße 7 in einem Container ihre erste Geschäftsstelle. Erster Filialleiter war Karl-Heinz Grub.

Neustrelitz war in den Jahren nach der Wiedervereinigung Deutschlands für alle Banken auch aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt für die Region besonders attraktiv. „Vor 25 Jahren herrschte in allen Wirtschaftszweigen ein unglaublicher Pionier- und Improvisationsgeist. Das war auch in der Commerzbank und bei den Kollegen der Dresdner Bank so“, berichtet Filialdirektor Andreas Perlick. Tatsächlich war die Dresdner Bank bereits am 23. April 1991 in einen Container am Rathenauplatz/Ecke Gutenbergstraße gezogen. Erster Filialdirektor hier war Eckehard-Rüdiger Woelke.

Mehr als 5000 Kunden in der Residenzstadt

Bereits im Juli 1992 zog die Dresdner Bank in eines der ersten in Neustrelitz komplett sanierten Häuser um. Hierbei handelt es sich um das Gebäude Markt 12 hinter der Stadtkirche, wo heute das Institut für Sozialforschung und berufliche Weiterbildung sitzt. Leider hat sich dann die Dresdner Bank im November 2000 im Zuge einer Strukturreform aus Neustrelitz verabschiedet. Die Commerzbank verließ erst 1995 ihren Container und bezog die jetzigen Räumlichkeiten am Markt 10. „Die Zahl der Privat- und Geschäftskunden ist mittlerweile auf über 5000 gestiegen“, sagt Andreas Perlick.

Er und Britta Borauke sind Mitarbeiter der ersten Stunde und am kommenden Donnerstag sicherlich besonders gefragte Gesprächspartner. Andreas Perlick, seit 2001 Commerzbank Filialdirektor in Neustrelitz, und sein Team laden alle Kunden und Interessierten ein, um gemeinsam auf eine ereignisreiche Zeit in Neustrelitz zurück zu blicken.