Der Neustrelitzer Theaterpreis 2026 wurde an Josefin Ristau verliehen. Ristau wurde in Neubrandenburg geboren, begeisterte sich früh für Tanz und Theater. Nach dem Abitur studierte sie in Hamburg Schauspiel, Tanz und Gesang, in ihrem Abschlussjahr gehörte sie zum Cast der Deutschen Erstaufführung des Musicals „Camp Rock“. Von 2013 bis 2016 war sie Ensemblemitglied am Schauspiel des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin. 2015 bekam sie dort insbesondere für ihre Rolle („Schauspielerin“) in „Winter.Reise“ (Regie: Hendrik Müller) den „Conrad-Ekhof-Preis“ der Gesellschaft der Freunde des Mecklenburgischen Staatstheaters. Die Jury würdigte damals neben ihren „hervorragenden schauspielerischen Leistungen“ auch „ihre besonderen gesanglichen Qualitäten“.
Preisträgerin Laura Scherwitzl mit Gratulanten bzw. Kollegen: Shuichiro Sueoka, Andrés Felipe Orozco (vorn links, Preisträger 2024), Arne Mehl, Laura Albert und Marco Zabel (hinten rechts). Foto: privat
Der Neustrelitzer Theaterpreis „Verbeugung“ wurde auf dem gestrigen Theater- und Opernball (Strelitzius berichtete) unter großen Applaus an die Sängerin Laura Schwerwitzl vergeben. „Dabei werden ihre gesanglichen Qualitäten gewürdigt, vor allem aber ihre künstlerische Gesamtleistung: Schwerwitzl singt, tanzt und spielt sich immer wieder in die Herzen, ist ein echter Publikumsliebling“, so der Vorsitzende des Theaterfördervereins, Marco Zabel.
Bei kaum überschaubarer Rollenvielfalt in den Genres Oper, Operette und Musical überzeuge sie Kritik und Publikum seit Jahren immer wieder aufs Neue. Da heiße es „großartig“, „fabelhaft“, „herrlich“, „fulminant“, sei vom „Glücksfall“ die Rede, werde ihr „schöner“, „klarer“ (lyrischer) Sopran gelobt und das Timing gefeiert oder ihre „aberwitzige Leichtigkeit“ bestaunt. Sie verfüge über eine überraschende Bühnenpräsenz, vor allem aber große Spielfreude.
Natürlich wird am Freitag in Schwerin auch ein Auszug aus „Der Tod und das Mädchen“ dabei sein. Passend zum 250. Geburtstag des großen Romantikers, erfuhr diese Hommage an Caspar David Friedrich (Choreographie: Lars Scheibner) gerade eine Neueinstudierung durch Vinicius da Silva. Im Landestheater Neustrelitz zu sehen am 1. November.Foto: Theresa Lange
Während heute im nahen Güstrow Kunstnacht gefeiert wird, wird in Berlin der Theaterpreis des Bundes verliehen. Und zwar auch an das Ernst-Barlach-Theater Güstrow, mit dem die Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz eine lange und enge Zusammenarbeit verbindet, zuletzt gefestigt durch eine mehrjährige Bundesförderung.
Zur Begründung für die Auszeichnung hieß es, als Gastspielhaus in einer strukturschwachen Region mit politischen Herausforderungen überzeuge das Haus in Güstrow durch die Balance im Programm zwischen Tradition und zeitgenössischer Ausrichtung. Und: Besonders das Engagement und die Zusammenarbeit in den Bereichen Tanz und Zirkus habe die Jury überzeugt. Auch die diesbezüglichen Mitmachangebote bzw. Workshops für Kinder und Jugendliche fielen auf.
„Und so freut man sich bei der Deutschen Tanzkompanie in Neustrelitz für Güstrow und ist auch ein bisschen stolz!“, schreibt mir der Geschäftsführende Direktor Marco Zabel. Nach einer beeindruckenden Gala im September reist das Ensemble heute wieder nach Güstrow, wo die Tänzerinnen und Tänzer erneut die Kunstnacht bereichern. Und es stehen weitere spannende Gastspiele in der laufenden Saison an.
Ab heute steht M-V außerdem im Fokus, wenn das zentrale Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Schwerin gefeiert wird. Nicht nur die Bundespolitik, ein ganzes Bundesland präsentiert sich. Und die Deutsche Tanzkompanie – seit vielen Jahren mit Botschafterfunktion für das Land – ist dabei! „Da wo Einheit, Miteinander und auch die Kultur dieses Landes gefeiert werden. Am 4. Oktober, 14 Uhr, zeigt die Deutsche Tanzkompanie open-air auf der Hauptbühne ein abwechslungsreiches Programm, das vom klassischen Pas de deux bis zu kraftvollen Gruppenbildern reicht. Dramatische Szenen, Tanzpoesie, neoklassisches Ballett und „liquide“ Bewegungen treffen auf zeitgenössischen Tanz und mitreißende folkloristische Klänge. Übrigens das einzige große Tanz-Event im Line-Up der Einheitsfeier.
Der Auftritt ist dabei in vielfacher Hinsicht symbolträchtig“, hebt Marco Zabel hervor: Ist die Deutsche Tanzkompanie doch auf Grundlage des Einigungsvertrages, durch Bürgerengagement und aus bzw. in der Verantwortlichkeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern entstanden. Sie steht heute für zeitgenössisches Tanztheater mit fester Verwurzelung in der Tradition und ist regelmäßig in Neubrandenburg und Neustrelitz, im Land M-V und bundesweit zu erleben.
„Der 21. Neustrelitzer Theater- und Opernball und die Verleihung des Theaterpreises 2024, das alles hat enorm viel mit Können und Leistung zu tun, das ist die Voraussetzung für beides, aber der gestrige Abend war doch auch sehr emotional. Wie könnte es anders sein?“, schreibt mir der Vorsitzende des Theaterfördervereins Landestheater Mecklenburg, Marco Zabel. Durchaus ein Höhepunkt eines wahrhaft glamourösen Abends sei zu vorgerückter Stunde die Verleihung des Neustrelitzer Theaterpreises 2024 an den lyrischen Tenor Andrés Felipe Orozco gewesen.
Bereits die nackten Zahlen beeindrucken: 15 Jahre Ensemble-Zugehörigkeit, mit bis jetzt 63 Rollen (nur die großen Theaterabende gezählt), allein elf Festspiele im Schlossgarten. Vor allem aber: Können und unbedingter Einsatz, sängerische und darstellerische Klasse bei größter Vielseitigkeit. Einer der hiesigen Theaterlieblinge, der das Publikum immer wieder überrascht und bezaubert, einer, der den Preis gewiss schon lange verdient hat.