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Strelitzius Blog

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Schlagwort-Archiv: Polen

Europas längste Strandpromenade bietet das pure Radlervergnügen

23 Donnerstag Juni 2016

Posted by Strelitzius in Tourismus

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Freizeit, Polen, Radsport, Swinemünde

Radtour3Erst beim dritten und dann schon etwas lauteren „dzien dobry“ öffnete der dicke Mann die Augen, war dann aber auch sofort die Freundlichkeit selbst. Usedom ist eine Radlerinsel, Tausende treten täglich auf Europas längster Strandpromenade zwischen Swinemünde und Bansin in die Pedale. Aber es gibt auch jede Menge Verleiher, daneben bieten die meisten Hotels Drahtesel an. Da kann man sich schon mal ein Vormittagsschläfchen gönnen. Für einen Euro pro Stunde und Zweirad erhalten wir zwei fast neue fahrbare Untersätze mit Sechs-Gang-Schaltung einschließlich Schlössern und Fahrradkorb für die unvermeidliche Handtasche der Holden. Ab auf die Piste!

Lieber erst anhalten, dann bestaunen

Um es zusammenzufassen: Es ist das pure Vergnügen. Der Kurs führt teils durch Wald, teils direkt an der Ostsee durch die Kaiserbäder, immer flankiert von atemberaubenden historischen und Neubauten. Allerdings sollte zum ausgiebigeren Häuserbestaunen lieber angehalten werden, der Radelweg ist wie gesagt stark frequentiert, auch von Leuten, die ihrer Fahrweise nach zum ersten Mal im Sattel sitzen. Und von Fußgängern, die vom eigenen Pfad abkommen. Überall laden schicke Gaststätten zum Verweilen ein, Fahrradständer gibt es en masse und sogar ein Toilettentunnel wird passiert. Aus dem will der Frischluftfan aber auch schnell wieder raus. Zum Beispiel an den Strand für ein Bad zwischendurch.

RadtourNatürlich ist ein Gang über die  Seebrücken ein Muss, das Theaterzelt Chapeau Rouge der Vorpommerschen Landesbühne Anklam liegt ebenso am Wegesrand wie die Public Viewing Arena direkt am Strand, die zur Fußball-EM wieder die Adresse schlechthin ist. Ein Schuh-Outlet, das vorübergehend ausgerechnet im noblen Kaiserhof untergekommen ist, hob meine bessere Hälfte aus dem Sattel… Auch eine Rast direkt an der Nahtstelle zwischen Deutschland und Polen ist zu empfehlen, Grenze mal anders.

Radtour2

Gehweg und Radweg liegen, wie hier in Swinemünde, häufig nebeneinander. Das führt zu „Grenzübertritten“ beider Seiten, Vorsicht ist geboten.

Am Ende hatten wir, zurück in Swinemünde, 24 Kilometer in den Waden und bis auf ein blödes „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“ einen schönen Tag gehabt. Denn, wo absteigen dran steht, sollte auch abgestiegen werden. Unser freundlicher Pole war diesmal wach und wir haben ihm versprochen, beim nächsten Mal in Swinemünde wieder seine Dienste in Anspruch zu nehmen. Vielleicht geht es dann mit den Rädern auf die schöne Nachbar-Ostseeinsel Wolin. Fortsetzung folgt.

Schöner Notdurft verrichten gleich hinter der Düne

22 Mittwoch Juni 2016

Posted by Strelitzius in Leute

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Leben, Polen, Swinemünde

KloKlo2In meiner bei den Lesern sehr angesagten Reihe „Fundstücke“ habe ich heute mitten auf Usedom in Swinemünde eine Insel des Wohlfühlens entdeckt. Direkt hinter der Düne hat ein WC-Pächter sein Örtchen so schön gestaltet, dass es mir ein Foto wert war. Die liebevoll hergerichtete Bedürfnisanstalt besticht nicht nur durch den sie umgebenden Garten mit darin aufgestellten Figuren, sondern auch durch Blumenschmuck an der Fassade, Sitzgruppe und jede Menge sonstige Deko. Im Notfall auf der Schüssel wird dem Besucher hier offenbar sogar ein Rettungsring unter der Kabinentür durchgeschoben.

Für eine Umfrage unter Nutzern, wie denn die Initiative „Schöne Notdurft“ ankommt,  fehlte mir die Zeit. Zumindest der Hund des kreativen Herrn über die Adresse gab eine klare Antwort. Und das, ohne auch nur den Kopf zu heben.

Mit Wehmut per Fähre über die Swine und retour

22 Mittwoch Juni 2016

Posted by Strelitzius in Verkehr

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Polen, Swinemünde, Tourismus

Blick von der Stadtfähre auf Swinemünde.

Blick von der Stadtfähre auf Swinemünde West und Usedom.

Wenn man dieser Urlaubstage mit den Fähren über die Swine setzt, beschleicht einen eine gewisse Wehmut. Die Nachricht, dass hier bis 2023 ein Autotunnel gebaut werden soll, lässt sich nur schwer verdauen. Muss denn alles wirtschaftlichen Fragen untergeordnet werden? Und ist es überhaupt für Swinemünde von wirtschaftlichem Vorteil, wenn es plötzlich zur Durchgangsstation wird, wo doch gerade die östliche Anbindung über Fähren für viele Besucher ein Highlight darstellt und eine gewisse Beschaulichkeit garantiert?

Auf der Mitte des Stroms begegnen sich die Fährschiffe.

Auf der Mitte des Stroms begegnen sich die Fährschiffe.

Wir haben erst einmal eine Gedenkrunde mit der Stadtfähre von Swinemünde West nach Swinemünde Ost und gleich wieder retour unternommen. Übrigens kostenlos, wie auch die Kasibor-Fähre weiter südlich. Das hat immer wieder was, den breiten Strom zu überfahren und die Aussicht auf Stadt und Hafen zu genießen. Und die Einheimischen, die wirklich regelmäßig aufs Ostufer müssen, wo sich Eisenbahn und Busbahnhof befinden, leben längst mit den zwanzig Minuten Zeitverzug. Dass die Fähren zu klein sein sollen, ist nicht zu erkennen. Nur wenige Fahrzeuge bleiben zurück, und schon legt das nächste Schiff an.

Als regelmäßige Urlauber in dieser Ecke waren wir schon einmal einigermaßen entsetzt, als wir vom Bau des Gashafens an der Swine-Mündung erfuhren. Die Polen setzen lieber auf Lieferungen aus den Emiraten, als dass sie sich von den Russen abhängig machen. In Sachen Autotunnel fragen wir uns erneut, ob sie tatsächlich wissen, was sie tun. Davon abgesehen, dass sie den deutschen Nachbarn auf Usedom auch etwas antun. Das wird momentan von deutscher Seite nicht ohne Grund untersucht. Immerhin sind wir eine EU. Fortsetzung folgt.

Auf dem Woliner Ufer befinden sich Hafenanlagen, Eisenbahn und Busbahnhof.

Auf dem Woliner Ufer befinden sich Hafenanlagen, Eisenbahn, Terminal für die Ostseefähren nach Schweden und Dänemark sowie Busbahnhof.

 

Im Kirchturm Kaffee trinken und im Dschungel Torte vertilgen

21 Dienstag Juni 2016

Posted by Strelitzius in Gastronomie

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Polen, Swinemünde, Tourismus

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Wenn ich mal ganz viel Zeit habe, schreibe ich ein Buch über polnische Gaststätten. Das habe ich mir allerdings als junger Mann auch schon für Berliner Kneipen vorgenommen, bis ein anderer Autor schneller war. Auf jeden Fall will ich in meinem kleinen Reisetagebuch aus Swinemünde auch vier Lokale anpreisen. Während an der Strandpromenade viele Restaurants den Namen nicht verdienen, die zwar toll aussehen, aber nicht viel mehr als Fast Food und Aufgewärmtes auf den Teller bringen, lohnt der Gang in die Innenstadt.

Lokale3In der Uliza Pilsudskiego, die vom Kurviertel bis auf den Markt führt, wird der Gast gleich zwei Mal fündig. In der „Kurna Chata“, auf Deutsch „Hühnerhütte“, wird von einem Ehepaar alles aufgetischt, was Polens Küche so schmackhaft und unverwechselbar macht. Dazu geht es quer durch Omas Kräuterbeet, hier wird noch mit Liebe gekocht. Dazu draußen im Garten wie drinnen im Haus ein uriges Wohlfühl-Ambiente.

Nur drei Schritte weiter in der gleichen Straße findet sich die wohl originellste Adresse der Swinemünder Gastronomie. Der Krieg hat hier nur den Kirchturm stehen lassen. Und in dem hat ein Mini-Café Platz, indem es sich vor dem Aufstieg ebenso trefflich rasten lässt wie nach der Turmbesteigung. Von oben gibt es einen wunderbaren Rundblick über Swinemünde.

LokaleMeine Gaststätte Nummer 3 erwartet in der Uliza Bohaterow Wrzesnia ihre Gäste. Die Straße geht direkt vom Markt ab, ziemlich zum Ende auf der linken Seite verzückt das „El Papa – Café Hemingway“. Es zieht den Besucher in einen Farbenrausch und besticht durch zusammengewürfeltes Mobiliar, das gerade dadurch so einladend wirkt. Natürlich finden sich Drinks auf der Karte, die sich auch olle Ernest so gönnte. Dazu war es aber noch zu früh. Die Holde hatte eine heiße Ingwerlimonade frisch von der Wurzel mit Honig, Beeren und Zitrone im Schraubglas vor sich. „Überdurchschnittlich“, so das Urteil der Kennerin dieses Getränks.

Den wahrscheinlich besten Kuchen von Swinemünde, und die Konkurrenz ist riesig, gibt es am Hafen. Wo die Usedom-Schiffe anlegen, lockt an der Straßenecke eine „CoffeeBar“, der wir keinen weiteren Namen abringen konnten. Das Café ist aber unschwer zu finden. Viel mehr Grün geht auf keine Terrasse, der Gast fühlt sich ein bisschen wie im Dschungel. Kleiner Wermutstropfen: Selbstbedienung. Aber wenn man erst mal sitzt, möchte man gar nicht mehr aufstehen. Fortsetzung folgt.Lokale4

Polens Badeorte punkten mit einem Blütenmeer

20 Montag Juni 2016

Posted by Strelitzius in Leben

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Misdroj, Polen, Swinemünde, Tourismus, Umwelt

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Die Strelitzius-Gemeinde hat es ja bereits mitbekommen, die Holde und ich kurzurlauben an der polnischen Ostseeküste, während unser Freund Peter auf unser Haus aufpasst. Heute haben wir einen Ausflug nach Misdroy gemacht und waren fasziniert von der Blumenpracht, mit der uns die Kleinstadt überall begrüßt hat. Das kennen wir von zu Hause leider ganz anders. Dabei leben wir in einem anerkannten Erholungsort. Offenbar gibt es hier noch gut funktionierende Regiehöfe und die nötigen Mittel, die Kommunalarbeiter zu bezahlen. Und natürlich sind die intelligent eingesetzten EU-Gelder ein Segen für die Ortsbilder. Auch scheint im katholischen Polen Vandalismus nicht das Thema zu sein.

Ich habe mal ein paar Bilder zusammengestellt, vielleicht verleitet es ja den einen oder anderen, hier oben ein paar Ferientage zu verbringen. Unter den Fotos zwei Schnappschüsse vom Swinemünder Markt, den ich in Sachen Stadtsanierung schon einmal an dieser Stelle als leuchtendes Vorbild gewürdigt habe. Fortsetzung folgt.

In Swinemündes „Corso“ sind vergessene Autoschlüssel kein Problem

19 Sonntag Juni 2016

Posted by Strelitzius in Handel

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Polen, Swinemünde, Tourismus

Corso

Das „Corso“ in der Swinemünder Innenstadt ist ein echter Magnet.

Eigentlich wollte ich heute einen Hochgesang auf Swinemündes neues Einkaufszentrum „Corso“ anstimmen. Aber zuvor muss ich mich bei Angestellten und möglicherweise auch Kunden des Shopping-Paradieses bedanken, die mich vor erheblichem Ungemach bewahrt haben.

Ich habe es tatsächlich fertiggebracht, in einer Anprobekabine meine Sonnenbrille liegen zu lassen. Was ich dann eine Etage höher in einer zweiten Umkleide noch getoppt habe. Da habe ich nämlich meine Autoschlüssel mangels Ablage in eine Jeans meiner Begierde gesteckt, die sich als zu klein erwies, die Hose. Weshalb das Beinkleid zurück auf den Ständer gehängt wurde. Mit den Schlüsseln darin. Um es kurz zu machen: Wir haben Brille und Autoschlüssel zurückbekommen, obwohl ich das Fehlen erst eine Stunde nach meiner Schusseligkeit gemerkt habe.

Das Corso selbst ist das,  was dem sich rasant entwickelnden Swinemünde dringend gefehlt hat. Wer Urlaub macht, meint auch Einkaufsbummel, und ist jetzt in Usedoms größter Stadt bestens bedient. Kein gigantischer Bau, sondern wohltuend in die liebevoll gestaltete Stadtmitte (Strelitzius berichtete) eingepasst. Eine Adresse, die man unter Garantie mit der einen oder anderen Klamotten-Tüte verlässt, der Mix stimmt.

Baltic Park hat seine ersten Mieter und steht dem Kaiserbad gut

An Swinemündes Strandpromenade ist in dem guten Jahr, die wir nicht hier waren, ein zweites, kleineres Einkaufs- und Gastronomiezentrum entstanden. Gleich neben der schmucken Meile, in der wir gleich mehrere Designerteile zu Sale-Preisen erstanden haben, ist dem nächsten Lückenfüller bereits die Baustelle vorbereitet worden. 200 Meter weiter sind im Baltic Park, größtes Wohn- und Geschäftszentrum im gesamten Ostseeraum, die ersten Appartements und Ladenlokale bezogen, während sich daneben noch die Kräne drehen. Man bekommt jetzt schon eine konkrete Vorstellung davon, was für ein architektonisches Meisterstück hier vor die Düne gesetzt wird. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Ich finde, die edlen Neubauten stehen dem Kaiserbad Swinemünde.

Wer sich auf eines der unzähligen Mietfahrräder mit oder ohne Motor schwingt, hat nach wenigen Fahrkilometern den Vergleich zwischen Usedom deutsch und Usedom polnisch. Die Unsrigen müssen sich langsam warm anziehen. Fortsetzung folgt.

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71 Jahre, Wesenberg in Mecklenburg-Strelitz, Diplomjournalist, Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband

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