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Atentreptow, Kammerchor, Konzerte, Mecklenburgische Seenplatte, Neubrandenburg
Die Passionsberichte gehören zu den dichtesten und zentralen Texten der Bibel und wurden oft vertont, so auch von Heinrich Schütz (1585-1672). Seine Johannes-Passion führt der Neubrandenburger Kammerchor am Donnerstag, 21. März, um 19 Uhr in St. Petri Altentreptow (Mühlenstraße) und am Sonntag, 24. März, um 17 Uhr in der Kath. Kirche St. Josef-St. Lukas Neubrandenburg (Heidmühlenstraße) auf. Als Evangelist ist der Berliner Tenor Stephan Gähler zu hören, Matthias Bönner aus Bad Doberan singt die Rolle des Jesus. Die Leitung hat gastweise der frühere Kantor von St. Johannis Neubrandenburg, Christian Stähr.
Schütz‘ vitale Musik folgt einem heute selbstverständlichen, damals neuen Anspruch: danach soll Musik keine abstrakte, klingende Architektur sein, sondern dem Inhalt folgend leidenschaftlich wirken. Auch die drei Passions-Vertonungen von Schütz, die aus liturgischen Gründen alle ohne Instrumentalbegleitung besetzt sind, sind trotz der puristischen Mittel auf den Punkt komponiert – eine zeitlos wirkende „moderne“ Musik.
Ergänzt wird das Programm um „testae“ („Scherben“), vier Kompositionen von Christian Stähr für Chor und mittelalterliches Portativ, die bei den Konzerten uraufgeführt werden. Sie basieren auf spätmittelalterlichen Liedern aus der Sammlung „Piae cantiones“, die ein schwedisch-finnischer Theologie-Student 1582 in Greifswald drucken ließ. Und so schimmert durch Stährs zeitgenössische Musik immer wieder das Mittelalter klanglich durch. Vor dem Konzert am 24. gibt Christian Stähr ab 16.30 eine Einführung.
Den Neubrandenburger Kammerchor haben 20 Chorsänger:innen der Region im Herbst 2023 als unabhängigen Chor gegründet, um musikalisch und stimmlich anspruchsvoll zu singen. Nach seinem Debütkonzerte im Januar stellt er sich jetzt mit seinem zweiten Projekt vor. Die Einstudierung haben Frauke Gnau, Heike Seneberg und Ilona Arndt übernommen, die Leitung wird jeweils für die Projekte neu gewählt. Das Konzert dauert ca. eine Stunde und ist auf Spendenbasis zu erleben.
