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Am vorletzten wunderschönen, milden und sonnigen Oktobertag fanden in der Remise auf der Mirower Schlossinsel die literarischen Lesungen der örtlichen Buchhändler Grit und Peter Schmitt mit der Veranstaltung „Auf einen Kaffee mit Gert Loschütz“ für dieses Jahr ihr Ende. „Ausverkauft“, meinte Grit Schmitt zufrieden. Denn alle knapp 40 gestellten Stühle waren besetzt. Auch wenn es diesmal mit der Akustik etwas haperte, kam die Veranstaltung gut an. Denn die Bücher, aus denen Gert Loschütz auszugsweise las, waren allesamt interessant und versprachen gelesen zu werden. Insbesondere natürlich sein letztes Werk „Besichtigung eines Unglücks“.

Es waren mit dem „Literatur-Frühling“, „Mirower Frühsommer“, „KulturSommer“ und „Literatur-Herbst“ sehr unterschiedliche Veranstaltungsreihen, so das Resümee der Schmitts. Das erste Highlight war sicherlich im „Literatur-Frühling“ der fast dreistündige Abend mit Steffen Kopetzky – hochinteressant und absolut unterhaltsam, auch wenn den Teilnehmern dabei hinsichtlich der außergewöhnlichen Länge einiges an „Sitzfleisch“ abverlangt wurde. Der „Mirower Frühsommer“ war natürlich geprägt von dem Konzert der „Compagnia Di Leo“, das in der erstmals genutzten „Alten Feuerwache“ als Veranstaltungsort ein ganz besonderes, anderes Ambiente bot – mit wunderschöner italienischer Musik. Die Filmretrospektive über Wolfgang Kohlhaase-Filme und die Lesung mit ihm in seinem Buch „Um die Ecke um die Welt“ hat natürlich hinsichtlich seines Todes jetzt Anfang Oktober nunmehr eine ganz andere Bedeutung. Es war ein letztes Mal.

Trommler Wolfram Dix überraschend verstorben

Der „KulturSommer“ verlief aus Sicht der Veranstalter ohne ein besonderes Highlight mit einem Konzert, einer Lesung, Revue und Filmen. „Allerdings hat uns der Tod von Wolfram Dix, des großen Trommlers und Percussionisten, der mit Weltstars des Jazz weltweit unterwegs war, ebenfalls sehr getroffen“, so Peter Schmitt. „Durften wir ihn doch bei unserem Konzert im August ‚Jazz’in The Beatles‘ als sehr sympathischen Menschen kennenlernen. Da saßen wir mit ihm in Leipzig vor kurzem noch in einem Café, vereinbarten zwei wunderschöne Konzerte für nächstes Jahr mit ihm, und eine Woche später starb er doch so plötzlich.“

Der „Literatur-Herbst“ ist noch nicht ganz zu Ende. Am 18. November werden in freudiger Erinnerung an Wolfgang Kohlhaase in der Remise bei Wurscht, Bier und Wein zwei seiner Filme gezeigt. Der Eintritt ist frei.

„Danach geht es langsam darum sich Gedanken zu machen, wie wir uns nächstes Jahr hinsichtlich unserer ‚Kultur- und Literaturtage‘ aufstellen“, so Peter Schmitt. „Natürlich berücksichtigend die aktuelle Weltlage und was uns im ‚Kleinen‘ so noch alles erwartet. Der Gegenwind ist, um Frank Steinmeier zu zitieren, derzeit schon heftig und die Zeit des Rückenwindes wird wohl vorbei sein.“