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Unsere Nummer 1…

Der Gewinner ist… Nee, das wäre zu früh, ein bisschen Spannung muss schon sein. Also, die Holde und meine Wenigkeit haben sich 14 Tage Urlaub im polnischen Ustka an der Ostsee gegönnt. Hoteladresse war das „Armada“ direkt im Hafen an der Kaikante, eine unserer Lieblingsherbergen, mit direktem Blick aus unserem Maisonette-Appartement auf die Mündung der Slupia ins Meer und Kutter vor der Rezeption des früheren Speichers.

Das Siegerlokal von innen.

In den 14 Tagen einer sehr schönen Freizeit haben wir in zehn Restaurants zu Abend gegessen. Wir hätten es auch mühelos auf 14 Lokale gebracht, aber die Leistungsdichte war so groß, dass wir unter den vier Besten noch ein Stechen veranstaltet haben. Und hier ist er nun, der Sieger: Gewonnen hat das Restaurant „Do Brzegu“ („Zum Ufer“) in der Uliza Czerwonych Kosynierow. Das hatte mich schon mit seinem Heringstatar und seinem Kotelett an Schmorkohl am Haken. Aber als dann im zweiten Anlauf die mit Fisch gefüllten Teigtaschen in saurer Sahne aufgetischt wurden, geriet ich regelrecht in Verzückung. Meine bessere Hälfte wurde mit zwei Salaten beglückt, wie sie ihr noch nicht begegnet waren. Und das will was heißen, wo sich die Zierde meines Heims fast immer bei Restaurantbesuchen auf die Salatkarte konzentriert.

Heringstatar im Restaurant „Do Brzegu“.

Im „Do Brzegu“, eben erst an den Start gegangen und in einer malerischen Nebenstraße rechts der Gaststätten- und Einkaufsmeile in Richtung Meer gelegen, stimmt einfach alles: Neben Speisen und Getränken verdienen sich auch Außenrevier, Innenausstattung und nicht zuletzt die Bedienung Höchstnoten. Noch scheint es von der breiten Masse nicht entdeckt, also ein Geheimtipp, den wir gern weitergeben.

Die Zweitplatzierten

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Champion hat sich das Restaurant „Rucola“ geliefert. Es liegt in der Uliza Marynarki Polskiej, also an der Hauptstraße. Hier machen Polen auf Italiener, und das mit offenbar großem Erfolg. Das Lokal ist fast immer drinnen wie draußen gut gefüllt. Letztlich waren die nicht ganz so hohe Qualität eines Glases Weißwein und ein zu kleiner Salat Zünglein an der Waage. Attraktion ist der große Holzofen, in dem Pizza und Pinsa zubereitet werden. Sehr zu empfehlen auch die Pasta-Gerichte!

Mit Warnung an den Falschen geraten

Stylisch und scharf im „Restaurant“ Ustka

Platz 3 geht an das „Restaurant Ustka“ ein paar Häuser weiter Richtung Leuchtturm auf der selben Straßenseite. In dem stylischen Lokal, auch neu eröffnet,  duftete es asiatisch aus der Küche. Ich erinnere mich gern an eine Thai-Suppe mit ausgewogener Kokos-Note, aber auch an scharfe Nudeln. Der Kellner war da mit seiner Warnung zumindest bei mir an den Falschen geraten. Schließlich ist auch die Strelitzius-Küche häufig nichts für Warmduscher.

Platz 4 schließlich vergeben wir an unser Hotelrestaurant „Tawerna Portowa“, die für ihr historisches Ambiente und ihr Angebot hier im Blog schon gewürdigt wurde. Man gönnt sich ja die ebenso edlen wie preisintensiven Teile vom Rind nicht jeden Tag. In der Taverne wählt mal zunächst vorfreudig an einer Zeichnung aus, damit es keine Missverständnisse gibt. Für den Garzustand des Fleisches ist der Gast dann selbst zuständig, es wird brutzelnd auf einem heißen Stein serviert. Feine Sache, das brachte Punkte! 

Zusatztipp: Im Grand-Hotel baden gehen

Der Hingucker im „Rucola“

Fazit: Keines der zehn Restaurants hat enttäuscht, jedes hat den Besuch gelohnt. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Selbst den Zustand der Toiletten haben wir in unser Ranking einbezogen. Unser Wettbewerb hätte wie gesagt noch ausgedehnt werden können. Edelrestaurants wie das „7 Njebo“ (Siebenter Himmel) im „Hotel Rejs“, kennen wir von einem früheren Besuch, oder das im Hotel „Grand Lubicz“ haben wir zum Beispiel bewusst ausgeklammert. Zusatztipp: Im Grand-Hotel unbedingt der sensationellen Schwimm-, Bade- und Sauna-Landschaft einen Besuch abstatten. Steht nicht nur den Hausgästen zur Verfügung.

Vom heißen Stein am Hafen

Ustka hält für Gourmets viele Überraschungen bereit, beileibe nicht nur fangfrischen Fisch. Übrigens gibt es jetzt offenbar einen Richtungsstreit zwischen einer großen Mehrheit von Fischpanierern und Köchen, die das Flossentier ohne Mehl zubereiten. Tatsächlich werben Letztere damit. Aber das nur am Rand. Strelitzius-Leser, kommst du nach Ustka, dann lasse dich bloß nicht auf Halb- oder Vollpension in deiner Herberge ein. Du versäumst mit Sicherheit was.

Beste Hausmannskost im Siegerrestaurant.
Der Wahnsinn: mit Fisch gefüllte Teigtaschen.
Die Gewinner mit ihrem Lachs-Salat...
…und mit ihrem Hähnchen-Salat.
Das „Rucola“: Man fühlt sich sofort wohl.