Schlagwörter

, , , ,

Zehn Jahre lang hat Janusz Wierzbowski Antiquitäten gesammelt und ihnen am Ende eine bauliche Hülle gegeben. Herausgekommen ist im polnischen Ustka mitten im Hafen und direkt an der Kaimauer ein Hotel, wie sich so schnell mit Sicherheit kein zweites finden wird. Wir haben dieser Tage eine knappe Woche in dem historischen Speicher, eine denkmalpflegerische Meisterleistung, verbracht und werden es schon Ende Juni wieder tun. Der Aufenthalt im Hotel „Armada“ war einfach zu schön und Pan Wierzbowski dürfte gemerkt haben, wie sehr wir sein Lebenswerk zu würdigen wissen, das die Söhne des 50-Jährigen irgendwann fortführen sollen.

Selten so schön gewohnt.

Ustka (Stolpmünde) ist seit vielen Jahren unser Favorit unter den polnischen Ostseebädern. Mit klug eingesetzten EU-Geldern ist die kleine Stadt am Meer regelrecht erblüht und hat den durch den Fluss geteilten Hafen für sich entdeckt, dessen eine Seite inzwischen Hotels und Appartementhäuser zieren, während davor die Kutter liegen. Malerischer geht es nimmer, und der Strand ist keine 200 Meter entfernt. Vor drei Jahren hatten wir hier schon mal Quartier genommen. Seinerzeit waren wir bereits von der Taverne „Columbus“ begeistert, mit der Janusz Wierzbowski im Erdgeschoss des Speichers eine erste Attraktion geschaffen hatte. Als wir nun hörten, dass das Hotel darüber auch fertiggestellt ist, gab es kein Halten mehr für die Holde und mich. In knapp sechs Stunden waren wir an unserem Sehnsuchtsort.

Eintauchen in vergangene Zeiten.

Bis zum Äußersten haben wir es nicht getrieben. Im Angebot sind auch Antik-Zimmer. Wir haben uns, um nicht völlig in die Vergangenheit zu geraten, für ein modern eingerichtetes Zuhause auf Zeit entschieden, das dank der unverputzten Wände, der dicken Holzbalken und der originalen Speicherfenster noch altertümlich genug daherkommt. Schöner haben wir selten gewohnt. Ein tolles Bad gab es obendrauf.

Gutes Handwerk auch in der Küche

Außergewöhnliches Frühstück von Hand gemacht. Auch der morgendliche Sekt fehlt nicht auf der Tafel.

Und was im Restaurant inmitten des aufwändig gearbeiteten Mobiliars aus Ururgroßmutters Zeiten aufgetischt wird, ist nicht minder gutes Handwerk und wird sogar dem kulinarisch Verwöhnten gerecht. Ein bemerkenswertes Kapitel für sich. Vor allem dem ganz außergewöhnlichen Frühstück – klammert man mal den etwas dünnen Kaffee aus – ist ein Loblied zu singen.

Gemütlicher geht es nicht.

Wir haben mit dem „Grand Hotel“ und dem „Royal Baltic“ auf die Schnelle noch zwei neue Hotels in Ustka angeschaut. Der Funke ist trotz der üppigen Spa-Bereiche in beiden Häusern, die das Armada nicht hat, nicht übergesprungen. Zu nüchtern und zu groß das eine, zu überkandidelt das andere. Nun freuen wir uns auf das Wiedersehen mit dem Hafenspeicher und seinem Retter. Haben wir zuletzt den genialen Kamin zu schätzen gewusst, ist beim nächsten Mal Schiffegucken vom Biergarten aus angesagt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.