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Johannes Arlt (rechts) im Gespräch mit den Führungskräften des Aus- und Fortbildungszentrums.

Anfang der Woche besuchte der Neustrelitzer Bundestagsabgeordnete Johannes Arlt das Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei in Neustrelitz. Es handelt sich um das einzige seiner Art in Ostdeutschland. Besondere polizeifachliche Schwerpunkte sind hier bahnpolizeiliche Ausbildungen und die Spezialfahrschulausbildung. „Ich bin sehr begeistert, mit wie viel Enthusiasmus hier ausgebildet wird“, sagt Johannes Arlt. „Hervorzuheben sind die Kreativität und die Einzelinitiative des Personals. Es brennt für den Standort und macht häufig vieles in Eigenregie möglich.“

So gibt es vor Ort den bundesweit einzigen Überschlag-Simulator, um Befreiungen aus verschiedensten Verkehrsunfalllagen zu üben. „Und in Lärz wird ein in seiner Form einzigartiges Fahrübungszentrum auch mit Geländeabschnitten betrieben und aufrechterhalten mit dem Herzblut
der Mitarbeiter“, sagt Arlt.

Während des Besuchs vor Ort waren neben der Kommandeurin, Ute John, das Leitungspersonal und führende Lehrkräfte sowie Personalvertreterinnen und -vertreter. Bei einem Rundgang konnte der Bundestagsabgeordnete sich sowohl ein Bild von der Infrastruktur machen als auch die praktische Ausbildung beobachten. Schwerpunkt des Besuchs waren die nötigen Maßnahmen zum Ausbau der Ausbildungsstätte. Freudig wird am Standort die reguläre Erhöhung der Ausbildungs- und Bettenkapazität im Soll von 420 auf 620 erwartet.

Herausforderungen bestehen jedoch in der Modernisierung veralteter
Unterkunftsgebäude, in der Sanierung der Standortschießanlage, in der Aufstockung des Lehrpersonals, des Lehrmaterials, der Unterrichtsmöglichkeiten und in der Organisation und Verwaltung. „Es ist wichtig, dass die entsprechenden Dienstposten so schnell wie möglich dauerhaft ausgebracht werden. Bisher gab es Zeitverträge, aber sowohl die zivilen Beschäftigten als auch die Polizeivollzugsbeamten und ihre Familien haben nach einer langen Übergangszeit Planungssicherheit verdient,“ so Johannes Arlt.

In den letzten Jahren haben Bürokratie und Haushaltsfragen die infrastrukturelle Umsetzung des Ausbaus der Kapazitäten immer wieder aufgeschoben und neuerdings gänzlich pausiert, obwohl bereits deutlich mehr Polizeischülerinnen und -schüler ausgebildet wurden. Beklagenswert ist insbesondere der Zustand einiger Gebäude. So bestehen beispielsweise Unterkünfte mit einfach verglasten Fenstern. Das Dach des zweiten Unterrichtsgebäudes ist undicht. Einige Klassenräume erreichen nach Aussagen der Personalvertretungen im Sommer 29 Grad Celsius. Ebenso gibt es Risse an Außenwänden, die statische Zweifel aufwerfen. „Das entspricht kaum dem Bild einer modernen Behörde, die sich im Wettbewerb um junge Talente durchsetzen will. Allein der Respekt gegenüber den Polizisten, die uns schützen, gebietet, dass sie alles Notwendige erhalten, um gut ausgebildet und ausgestattet zu werden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, den ich auch nach Berlin mitnehmen werde“, reflektiert Johannes Arlt seine Besuchserfahrung.