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Man sollte seinem Instinkt folgen. Erst recht, wenn es um ein Lieblingsrestaurant in der Kleinseenplatte geht. „Ruf da mal lieber an, die machen wohl nur noch Imbiss“, wurde ich vorgestern nach Bekanntgabe meiner gastronomischen Wochenendplanung beschieden. Essen gehen, das stand nämlich im Kalender. Wir haben uns trotzdem für das Hinfahren entschieden, den Rückwärtsgang kann man immer einlegen, gute Entscheidung.

Richtig ist, dass das hier im Blog schon gewürdigte Kaminhaus „Diogenes“ in Wustrow (Strelitzius berichtete) auf Außenbetrieb umgestellt hat. Küchenfee und Wirtin Christina Paksi hatte bei einem Familienausflug einen Unfall, an dessen Folgen sie noch laboriert, und Hausherr Guido Paksi hat nun aus der Not eine Tugend gemacht. Als wenn es die Wirtsleute geahnt hätten, was auf sie zukommt, wurde bereits vor dem Unglück ein geschäftserweiternder Imbisswagen in Auftrag gegeben, der nun in der Bedrängnis zu Ehren kommt.

Das auf Kundenwunsch gefertigte, stylische und multifunktionale Gefährt ist mit der Bezeichnung Imbisswagen eigentlich unterbewertet. Ich genoss aus seiner Luke Lachs mit Röstis, die ja bei Paksi als Kartoffelpuffer und ohnehin bestimmt so schnell nicht woanders im Straßenverkauf zu haben sind. Die Holde brauchte auf ihren Salat nicht zu verzichten, gekonnt zubereitet und knackfrisch. Der Kaminhaus-Burger und das Fischbrötchen werden ebenfalls frisch gefertigt, wir saßen ja daneben. Und zur Verkostung des Käsekuchens von Frau Wirtin fehlte uns einfach nur Aufnahmefähigkeit.

Vom Hahn fließt es derzeit nicht am „Diogenes“, aber was an Flascheninhalt zu schlucken ist, bestätigt nur das Kaminhaus als außergewöhnliche Adresse. Ich hatte ungefiltertes Bier im Glas, ergo naturtrüb. Nebenan gab es speziell gemischten Gerstensaft vom Hamburger Kiez auf den Tisch. Die Hansestädter können auch abgefahrene Spirituosen, wie in Wustrow zu kosten war. Und die hausgemachte, leckere Erdbeerbowle stellt die Holde alle Jahre wieder vor die Frage: Vertrage ich nur ein Glas wie am Wesenberger Hafen, oder eben zwei, wie in Wustrow? Diesmal war es vor lauter Wohlbefinden jedenfalls wieder mehr als eines.

Fazit: Das Kaminrestaurant in Wustrow ist auch ohne Restaurantbetrieb unbedingt zu empfehlen. Der Chefin wünschen meine bessere Hälfte und meine Wenigkeit weiterhin gute Besserung sowie baldige Rückkehr an Topf und Tiegel.