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Erhaltener Wachturm auf dem Gelände der ehemaligen MfS-Bezirksverwaltung Neubrandenburg auf dem Lindenberg. Foto: Lukas Wieczorek/zeitlupe

Etwa siebzig Bürger:innen und Expert:innen haben im vergangenen November auf Einladung von zeitlupe (RAAMV), der Stadt Neubrandenburg und der Hochschule Neubrandenburg die Gelegenheit zu einem ausführlichen Gespräch über die Zukunft der ehemaligen Haftanstalt der DDR-Staatssicherheit und über Möglichkeiten und Potentiale der Erinnerung an DDR und Staatssicherheit in Neubrandenburg wahrgenommen. Jetzt liegt zu dieser Diskussion ein ausführlicher Bericht vor, den ich unten anhänge.

Elena Demke, politische Bildnerin und Expertin für DDR-Aufarbeitung und partizipative Forschung, bezeichnete den Gebäudekomplex als einen „schwierigen Zeugen“, der dem Landesdenkmalschutz nur bedingt als schützenswert erscheine und wegen seiner marginalen Bedeutung (das Gefängnis wurde erst 1987 in Funktion genommen) den DDR-Repressionsapparat scheinbar nicht deutlich genug veranschauliche.

Demke betonte, dass jedoch gerade dem gesamten Gebäudekomplex als
Bürokratiekomplex ein großes kreatives Lern- und Aufarbeitungspotential innewohne und schlug vor, die Diskussion um das Gefängnis als Anlass für lebendige Erinnerungsdebatte rund um die Themen (DDR-)Repression, (Stasi-)Bürokratie und gesellschaftliche Partizipation zu nehmen. Die Erinnerung an diesen staatsbürokratischen Ort zu bewahren, erfordere von allen Interessengruppen um den Lindenberg, insbesondere von den heute in Neubrandenburg arbeitenden Verwaltungsbehörden der Stadt und des Landes eine (selbst-)transformierende Kraft.