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Beinahe hätte ich mich selbst im Polizeibericht wiedergefunden. Da brat mir doch einer einen Storch! Wobei, braten wollte ich ihn nicht, schon gar nicht die Beene recht knusprig, wie meine Mutter selig hin und wieder zu sagen pflegte. Überhaupt habe ich zu Störchen ein gutes Verhältnis. Schließlich bringen sie ja die Kinder. Meine Tochter und ihr Mann als Neuneuhofer ahnen ja nicht, dass ich ihnen das Dorf bei Neustrelitz wegen des dortigen Storchennestes vorsätzlich schmackhaft gemacht habe. Spätestens seit der Lektüre von „Kalif Storch“ weiß ich auch, dass der Adebar ein ganz schlaues Tier ist.

Bis auf den einen vielleicht im Bereich der Stendlitzwiesen. Ich schreibe das hier nicht auf, weil ich davon ausgehe, dass Störche auch noch lesen können. Aber zumindest meine Mitmenschen muss ich vor dem Kamikaze warnen, der da zwischen Ausgang Altstrelitz und Verkehrsknoten B 96/198 sein Revier hat. Ich klopfe mal eben auf Holz, bevor ich an dieser Stelle betone, dass mir in 25 Jahren Mecklenburg-Strelitz und angrenzende Ländereien nicht ein einziges Stück Wild vor den Kühler gekommen ist. Nur ein sturmgefällter Baum.

Kurzum, ich bin nicht scharf auf die Schlagzeile „Wesenberger Peugeot-Fahrer rammt Storch auf der Bundesstraße“. Zumal kein Polizeischreiberling die Wahrheit in Umlauf gebracht hätte: „Storch rammt Wesenberger Peugeot-Fahrer auf der Bundesstraße“. Da können nur Zentimeter bis zur Kollision gefehlt haben, als der offenbar suizidale Stelzenläufer vorgestern auf dem Weg von der Arbeit, also meinem Weg von der Arbeit, aus dem Straßengraben direkt neben mir abhob und sich vor meiner Windschutzscheibe entfaltete. Auf das Naturschauspiel, was beinahe zum Drama geworden wäre, hätte ich glatt verzichten können.

Also Zeitgenossen, die Ihr in diesem Bereich motorisiert unterwegs seid, Obacht! Der Storch soll ja angeblich mit dem Glück verbunden sein. Aber vertraut nicht drauf, wenn ihr den von mir beschriebenen Vogel seht. Der hat sie doch wohl nicht mehr alle!