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Foto: Dr. Norbert Schneeweiß

Sie sind langsam, haben eine harten Panzer und sind neben dem Maränenschwarm ein Highlight in der Aquarienlandschaft des Müritzeums – die Europäischen Sumpfschildkröten. Sie lebten einst in unserer Region und  stehen nun im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung in dem Naturerlebniszentrum.

Dr. Norbert Schneeweiß kennt sich genauestens mit den Schildkröten aus und führt mit seinem Vortrag am Donnerstag, 31. Januar, um 18.30 Uhr, im Müritzeum in die Thematik der Sonderschau ein. Die Zeugen der Urzeit besiedeln noch heute von der Iberischen Halbinsel bis zum Aralsee und im Süden bis Nordafrika mit derzeit sechs anerkannten Unterarten ein riesiges Verbreitungsgebiet. Doch in Deutschland sind sie vom Aussterben bedroht. Westlich der Oder, im Brandenburgischen, leben die Letzten ihrer Art. Dr. Schneeweiß berichtet von der Rettung dieser Schildkrötenpopulation in Deutschland, an der er als Leiter der Naturschutzstation Rhinluch maßgeblich beteiligt ist.

Die Sonderausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Naturschutzstation Rhinluch und der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Artenschutz (AGENA e.V.). Sie wird mit Exponaten aus den Naturhistorischen Landessammlungen des Müritzeums ergänzt. Mit der Ausstellung wird auf die Sensibilität der letzten heimischen Sumpfschildkröten aufmerksam gemacht. Zukünftig hängt der Erfolg des Schutzprojektes immer mehr vom Verständnis der Bewohner und Besucher der Kultur- und Naturlandschaften im Nordosten Deutschlands ab. Hier stabilisieren sich die Reliktpopulationen gegenwärtig wieder – dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen! Es ist heute nicht mehr ausgeschlossen, einer Schildkröte beispielsweise auf ihrer Landwanderung zum Eiablageplatz zu begegnen. Die neue Sonderausstellung im Müritzeum ist vom 1. Februar bis zum 12. Mai zu sehen.