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Zum „Holocaust-Gedenktag“ zeigt die Alte Kachelofenfabrik in Neustrelitz am kommenden Sonnabend, den 26. Januar, um 19.30 Uhr, den Film „Murer – Anatomie eines Prozesses“ von Christian Frosch. Der Kameramann des Films, Frank Amann, ist zum Gespräch anwesend. „Wir spielen den Film in unserer seit Jahren laufenden Reihe ‚Die Erinnerung darf nicht enden‘ und wünschen uns viele interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer“, so der Chef des Hauses Horst Conradt.

Österreich im Jahr 1963: Franz Murer, ein angesehener Lokalpolitiker und Großbauer, steht vor Gericht, weil er von 1941 bis 1943 schwere Kriegsverbrechen begangen hat und als „Schlächter von Vilnius“ zahllose Juden in der litauischen Hauptstadt ermorden ließ. Während Murers „Zuständigkeit“ für Vilnius sank die jüdische Bevölkerung dort von 80 000 auf 600 Menschen. Verantwortlich dafür, dass sich Murer 1963 doch noch vor Gericht für seine Taten rechtfertigen musste, war der Holocaust-Überlebende Simon Wiesenthal.

Es geht in Christian Froschs Spielfilm nicht um ein weiteres Verbrechen der Nazis, sondern um die Psyche und das Selbstverständnis der österreichischen Nation. Mit diesem Gerichtsdrama aufgrund der wahren Begebenheit seziert Christian Frosch das Österreich der Nachkriegszeit als Ort des Verdrängens und des nach wie vor manifesten Antisemitismus.